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Analyse zum sinkenden BVG-Mindestzins

28.10.2015 4:48
Analyse zum sinkenden BVG-Mindestzins

Der Bundesrat senkt den Mindestzinssatz in der beruflichen Vorsorge per 1.1.2016 von aktuell 1,75% auf 1,25%. Wer seinen Lebensstandard im Alter halten will, ist somit umso mehr auf die private Vorsorge angewiesen. Der Einsatz von Pensionskassen-Kapital für Wohneigentum ist durch den tieferen BVG-Mindestzins zudem noch attraktiver geworden.

Für Schweizer Pensionskassen-Gelder gibt es ab nächstem Jahr deutlich weniger Zins: Der Bundesrat hat beschlossen, die jährliche Mindestverzinsung der Vorsorgeguthaben von aktuell 1,75 auf nur mehr 1,25 Prozent zu senken – sprich um fast 30 Prozent. Der Bundesrat begründet den Schritt mit den mageren Renditeaussichten für Bundesobligationen, Aktien, Anleihen und Liegenschaften.

In der Tat haben die Pensionskassen seit der Jahrtausendwende im Schnitt eine Rendite erzielt, die nur geringfügig über der gesetzlichen Mindestverzinsung liegt. Da die Renditen nicht genügen, um alle versprochenen Leistungen zu finanzieren, werden die PK-Gelder seit längerem von den Berufstätigen zu den Rentnern umverteilt.

So verständlich die Senkung des BVG-Mindestzinses auch ist; insbesondere für junge Berufstätige hat der Schritt enorme finanzielle Konsequenzen. Das zeigen zwei Beispiel-Berechnungen von MoneyPark:

BVG-Mindestzins

Quelle: MoneyPark. Annahmen:

  • 25-jähriger Mann, der neu ins Berufsleben einsteigt (PK-Guthaben beträgt zu diesem Zeitpunkt 0 CHF). Jährliches Einkommen von ca. 85‘000 CHF. Monatliche Einzahlungen: 250 CHF (25-30 Jahre alt), 300 CHF (31-35), 350 CHF (36-40), 400 CHF (41-45), 450 CHF (46-50), 500 CHF (51-55), 550 CHF (56-60), 600 CHF (61-65). Verzinsung von 1,75% vs. 1,25%. Ceteris paribus.
  • 45-jähriger Mann, der bereits PK-Guthaben angehäuft hat (zu diesem Zeitpunkt 95‘142 CHF). Analoge Altersprogression und Verzinsung wie oben. Ceteris paribus.

Wie in der obigen Grafik ersichtlich, sinkt das Pensionskassen-Guthaben eines 25-Jährigen mit rund 80‘000 bis 90‘000 Franken Jahreseinkommen bei einer jährlichen BVG-Verzinsung von 1,25 Prozent im Vergleich zu einer Verzinsung von 1,75 Prozent um fast 25‘000 Franken auf 257‘495 Franken. Im Alter steht ihm also ein um fast 9 Prozent reduziertes Kapital zur Verfügung. Ein 45-Jähriger, der bereits gut 95‘000 Franken Kapital angespart hat, verliert bis zum Rentenalter 65 knapp über 19‘000 Franken bzw. knapp 7 Prozent seiner beruflichen Altersvorsorge.

An der privaten Vorsorge führt kein Weg vorbei

Durch die Senkung der Garantiezinsen auf Guthaben der 3. Säule werden die 2. Säule und sonstige Sparlösungen immer wichtiger. „Angesichts der mageren Verzinsung, den zwangsläufig steigenden Rentenaltern und den sinkenden Umwandlungssätzen führt an der privaten Vorsorge kein Weg mehr vorbei“, sagt MoneyPark-CEO Stefan Heitmann. Er empfiehlt hierfür eine fundierte Vorsorgeberatung und eine darauf abgestimmte Strategie. Wichtige Bestandteile einer solchen können sein:

  • Lebensversicherungen
  • ETF-Basierte Sparpläne
  • 3a und 3b Lösungen

Wünschen Sie eine Vorsorgeberatung? Unsere Experten kennen sich mit der Praxis aus und helfen Ihnen gerne weiter.

Hauskauf und Hypo-Amortisation haben mit tieferem BVG-Mindestzins noch mehr an Attraktivität gewonnen

Mit den per 2016 sinkenden Mindestzinsen auf BVG-Guthaben ist es nun zudem noch interessanter geworden, Pensionskassengelder für den Hauskauf einzusetzen. Ebenfalls lohnt es sich neu in vielen Fällen, bestehende Hypotheken mithilfe von PK-Geldern stärker zu amortisieren, also abzuzahlen. Die heutigen Branchenvorgaben besagen, dass Hypotheken innert 15 Jahren oder bis zur Pension auf 65% Belehnung amortisiert sein müssen. Darüber hinaus steht es Haus- und Wohnungsbesitzern frei, die Hypothek abzubezahlen oder beizubehalten. „Immobilien eignen sich hervorragend als Anlage fürs Alter, insbesondere da sie die Lebenshaltungskosten gegenüber der Miete in der Regel deutlich senken“, so Heitmann.

Zur Info: Am 25. Juni 2015 hat der Bundesrat einen Richtungsentscheid gefällt, gemäss dem PK-Gelder künftig nicht mehr für den Kauf von Wohneigentum eingesetzt werden darf. Auf diese Ankündigung hat sich bereits Widerstand formiert. Trotzdem empfiehlt es sich, PK-Gelder bei Bedarf eher früher als später zu beziehen.

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