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Rente oder Kapital? 8 Tipps von PK-Profis

Soll ich bei der Pensionierung die Rente oder Kapital aus meiner Pensionskasse beziehen? Wir geben Ihnen 8 Tipps, die Ihnen die Entscheidung erleichtern. Bei der Vorbereitung aufs Rentenalter stellt sich unweigerlich die Frage, ob man nun besser die Rente oder das (Teil-) Kaptal aus der Pensionskasse beziehen soll. Der Entscheid ist denn auch von grosser Bedeutung, schliesslich gibt es zwischen den beiden Bezugsformen grosse Unterschiede. Zudem ist die zweite Säule für viele die Wichtigste Geldquelle im Pensionsalter. Die folgenden 10 Profi-Tipps helfen Ihnen bei der Entscheidung.

Tipp 1: Kaptalbezug bedeutet mehr Flexibilität als Rente

Der wichtigste Unterschied zwischen Rente und dem Bezug von Kapital aus der 2. Säule besteht in der Flexibilität.
  • Wenn Sie sich Guthaben auszahlen lassen, können Sie frei darüber verfügen und die Höhe der Bezüge auf Ihre Bedürfnisse ausrichten. Ausserdem lässt sich das unverbrauchte Kapital beim Tod vererben. Das Gesetz über die berufliche Vorsorge (BVG) schreibt vor, dass die Pensionskasse Ihnen mindestens einen Viertel Ihres Alterskapitals auszahlen muss, wenn Sie das wünschen. Viele Vorsorgeinstitute gehen aber darüber hinaus.
  • Entscheiden Sie sich für die Rente, sind die Bezüge fix, allerdings können Sie auch keine grösseren einmaligen Zahlungen tätigen, zum Beispiel um einen Teil Ihrer Hypothek zurückzuzahlen. Dazu kommt, dass Sie das unverbrauchte Kapital nicht vererben können: Zum Todeszeitpunkt geht dieses an die Pensionskasse.

Tipp 2: Rente garantiert regelmässiges Einkommen

Wie oben angetönt, garantiert die Rente ein regelmässiges und entsprechendes planbares Einkommen bis zum Lebensende. Beim Kapitalbezug ist Ihr Einkommen hingegen variabel, zudem gehen Sie in der Regel ein Anlagerisiko ein und laufen Gefahr, dass Ihnen gegen Ende Ihres Lebens das Geld ausgeht. Entsprechend genau sollten Sie Ihr Budget planen. Wir beraten Sie hierbei gerne. Rente oder Kapital Pensionskasse

Tipp 3: Steuern berücksichtigen

Rentenzahlen werden als Einkommen zu 100 Prozent besteuert, beim Kapitalbezug ist eine einmalige Steuer zu einem reduzierten Satz fällig, danach wird das Einkommen und das Vermögen normal besteuert.

Tipp 4: Verlassen Sie sich nicht ausschliesslich auf die Pensionskasse

Ob Sie sich nun für die Rente oder einen Kapitalbezug aus der 2. Säule entscheiden; verlassen Sie sich nicht ausschliesslich auf Ihre Pensionskasse. Die 1. und 2. Säule sichert aktuell lediglich rund 60 bis 80 Prozent des gewohnten Einkommens und angesichts der steigenden Lebenserwartung dürfte diese Quote in Zukunft weiter sinken. Sie sollten sich also nicht auf die Rente verlassen, die in Ihrem PK-Ausweis steht. Wir raten Ihnen daher, auch privat fürs Alter vorzusorgen. Hierbei bietet sich beispielsweise ein Säule 3a Konto an, oder ein ETF-Basierter Sparplan. MoneyPark offeriert zusammen mit der Glarner Kantonalbank und dem ETF-Experten iShares. Erfahren Sie mehr über den ETF-Sparplan von MoneyPark. Lesen Sie mehr zum Thema „Ein Drittel der Schweizer sorgt nicht vor“. Altersvorsorge 2020: Worum geht es?

Tipp 5: Rechnen Sie nicht mit einem Teuerungsausgleich

Die meisten Pensionskassen haben in der Vergangenheit die Teuerung nicht oder nur zum Teil ausgeglichen. Daran dürfte sich auch in mittlerer Zukunft nicht viel ändern. Die Konsequenz: Ihre Rente bleibt zwar nominell gleich hoch, real können Sie sich mit dem Geld aber Jahr für Jahr weniger leisten (sofern es tatsächlich zu einer Teuerung kommt). Das kann für den Kapitalbezug sprechen.

Tipp 6: Anmeldefrist für Kapitalbezug nicht verpassen

Wichtig zu wissen: Entscheiden Sie sich für die Rente, müssen Sie das der Pensionskasse nicht melden. Möchten Sie hingegen Kapital beziehen, müssen Sie die entsprechende Anmeldefrist einhalten. Diese finden Sie im Reglement der Vorsorgeeinrichtung. Je nach Pensionskasse müssen Sie die Anmeldung sechs Monate bis drei Jahre vor der Pensionierung anmelden. Melden Sie den Kapitalbezug an, können Sie diese Entscheidung nach Ablauf der Frist nicht widerrufen. Rente oder Kapital Pensionskasse

Tipp 7: Lage an den Finanzmärkten nicht überbewerten

Steigen die Kurse an den Börsen, entscheiden sich viele angehende Rentner für den Kapitalbezug, um das Geld danach selbst anzulegen. Umgekehrt tendieren in einer Börsenkrise viele zur sicheren Rente. Von kurzfristigen Entwicklungen an den Finanzmärkten sollte Ihre Entscheidung aber nicht abhängen, denn Ihre Lebenserwartung beträgt heute nach Pensionierung rund 20 Jahre.

Tipp 8: Kapitalbezug und Rente lassen sich kombinieren

Heutzutage wählen immer mehr Leute den Mittelweg: Sie entscheiden sich für eine Kombination aus dem Bezug eines Teilguthabens und einer Rente. So erhalten sie ein sicheres Einkommen zur Deckung der Grundbedürfnisse plus Kapital, über das Sie nach Bedarf verfügen können. Der Entscheid lautet also immer häufiger «Rente und Kapital» statt «Rente oder Kapital». Auch wir empfehlen diese Vorgehensweise in vielen Fällen.

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BVG Mindestzins

Analyse zum sinkenden BVG-Mindestzins

Der Bundesrat senkt den Mindestzinssatz in der beruflichen Vorsorge per 1.1.2016 von aktuell 1,75% auf 1,25%. Wer seinen Lebensstandard im Alter halten will, ist somit umso mehr auf die private Vorsorge angewiesen. Der Einsatz von Pensionskassen-Kapital für Wohneigentum ist durch den tieferen BVG-Mindestzins zudem noch attraktiver geworden. Weiterlesen
Kapitalbezüge

Zum Verbot von Kapitalbezügen

Der Bund will Kapitalbezüge aus der obligatorischen beruflichen Vorsorge verbieten. Ohne nachvollziehbare Zahlenbasis ist diese Massnahme verantwortungslos. In Zukunft soll es nicht mehr möglich sein, Kapital aus der obligatorischen beruflichen Vorsorge zu beziehen, um sich ein Eigenheim zu kaufen oder um sich selbständig zu machen. Ebenso soll der Kapitalbezug ausgeschlossen werden. Der Bundesrat will diese Praxis verbieten, um so die Ergänzungsleistungen für Pensionierte zu senken. Bundesrat Alain Berset will bis zum Herbst eine Vernehmlassungsvorlage ausarbeiten. Betroffen wären mitunter die jährlich gut 25‘000 Versicherten, die sich mit Pensionskassengeld den Traum vom Eigenheim erfüllen wollen.

Statement zum Verbot von Kapitalbezügen von Stefan Heitmann, CEO des Hypothekarspezialisten MoneyPark:

Mit der geplanten Massnahme riskiert der Bund, den gesamten Immobilienmarkt kaputt zu regulieren – und das, ohne die nötige Zahlenbasis zu den direkten oder indirekten Auswirkungen darzulegen. Die gezwungene Einschränkung hätte einschneidende Implikationen auf die gesamte Immobilien- und Bauwirtschaft, auf den privaten Konsum und letztlich auf die gesamte Volkswirtschaft. Dies umso mehr, als dass sich die Banken auf Druck des Regulators neuerdings bei der Vergabe von Hypotheken stärker einschränken. Das Pensionskassenkapital gehört dem Bürger – er soll weiterhin darüber verfügen können, wenn er eine Immobilie kaufen will oder wenn er sich selbständig machen will. Dies insbesondere deswegen, weil das Eigenheim eine grundsätzlich sichere Anlage ist, auch wenn manche Panikmacher eine Immobilienblase heraufbeschwören. Das Verbot des Kapitalbezugs würde insbesondere die unteren und mittleren Einkommensschichten sowie den Schweizer Mittelstand treffen. Die Folge wäre, dass sich nur noch gut verdienende oder vermögende Personen Wohneigentum leisten könnten, was dem Verfassungsauftrag der Wohneigentumsförderung fundamental widerspräche. Es ist daher zu hoffen, dass sich das Parlament gegen die vom Bundesrat forcierte Massnahme entscheiden wird. Zur Förderung der Altersvorsorge gäbe es aus Sicht von MoneyPark sinnvollere Schritte. So könnte man die steuerliche Abzugsmöglichkeit von Pensionskassenbeiträgen, die über das Obligatorium hinausgehen, stärken. Zudem würde der Wegfall des Eigenmietwerts den Anreiz zur Verschuldung reduzieren.