Irrglaube beim Hauskauf: «Die Rentenerhöhung 2021 erleichtert meine Finanzierung.»

02.06.2021 2:38
Irrglaube beim Hauskauf: «Die Rentenerhöhung 2021 erleichtert meine Finanzierung.»

Beim Thema Immobilienfinanzierung gibt es viele vorgefasste Meinungen. Damit sehen wir uns täglich konfrontiert. Aber was ist wirklich dran? Heute fragen wir Metti Badawi, Leiter Vorsorge Deutschschweiz bei MoneyPark: Welchen Einfluss hat die Rentenerhöhung 2021 auf meine Eigenheimfinanzierung?

Die Anpassung der maximalen AHV-Einzelrente von 2’370.- auf 2’390.- Schweizer Franken hat auf den ersten Blick keinen Einfluss auf die Finanzierung von Wohneigentum. Oder etwa doch? Der Plafond, der Grenzbetrag, für Verheiratete erhöht sich von 3’555 auf 3’585 Franken. Das sind immerhin 360 Franken pro Jahr. Doch liegt damit mehr Hypothek drin?

Ausgangspunkt ist die sogenannte Tragbarkeitsberechnung, die festlegt, dass die kalkulatorischen Wohnkosten nicht mehr als 33 Prozent des Einkommens ausmachen dürfen. Das bedeutet, dass durch eine jährliche Rentenerhöhung von 360 Franken die Hypothek um 2’400 Franken höher ausfallen kann als vor der Rentenerhöhung.

Wer darüber hinaus die AHV-Rente noch zwei Jahre aufschiebt, beispielsweise weil der Partner oder die Partnerin erst zwei Jahre später das Rentenalter erreicht, erhält eine zusätzliche Rentenerhöhung von 10.8 Prozent. Dadurch kann die Hypothek theoretisch um ganze 15’000 Franken aufgestockt werden. In der Praxis wird dies wohl so kaum geschehen, da nur wenige Finanzierungsanbieter gewillt sind, eine Aufstockung von nur 15’000.- Franken vorzunehmen.

Die Rentenerhöhung hat also aufgrund der Tragbarkeitsberechnung nur einen sehr geringen bis keinen Einfluss auf die Finanzierung. Was jedoch entscheidender ist, ist die Tatsache, dass eine Rentenerhöhung vom Bund vorgenommen wird, um die steigenden Lebenshaltungskosten zu decken. Ob nun diese marginale Rentenerhöhung die höheren Kosten im Alter abfedern kann, sollte kritisch hinterfragt werden. Nebst den höheren Lebenshaltungskosten im Alter sollten die effektiven Wohnkosten berücksichtigt werden. Diese können Stand heute nur geschätzt werden, da weder der Hypothekarzinsmarkt noch die Mietkosten so weit im Voraus verlässlich kalkuliert werden können. Dies bestätigt wieder einmal mehr das die eigene Verantwortung für den Ruhestand steigt, heisst also, dass jede Person sich wesentlich früher als erst bei der Pensionierung Gedanken machen muss, um ihre Altersvorsorge rechtzeitig aufzugleisen. 

Metti Badawi
Leiter Vorsorge Deutschschweiz
metti.badawi@moneypark.ch

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