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AHV: Was Sie zu Betreuungsgutschriften wissen müssen

24.02.2017 9:47
AHV: Was Sie zu Betreuungsgutschriften wissen müssen

Die Betreuungsgutschriften der AHV sind eine komplizierte Sache. Allerdings lohnt sich eine Einarbeitung in die Materie, denn dabei winken beachtliche finanzielle Vorteile.

Die grundsätzliche Idee hinter der Betreuungsgutschrift ist folgende: Wer pflegebedürftige Verwandte betreut, soll dafür finanziell belohnt werden – und zwar nicht durch eine direkte Geldleistung, sondern nachhaltig in Form einer Erhöhung der Rente. Als pflegebedürftig im Sinne der Kriterien für die Betreuungsgutschrift der AHV gelten dabei Personen, die eine Hilflosenentschädigung von der IV, von der Militärversicherung oder von der Unfallversicherung bekommen. Dabei muss eine Beeinträchtigung mittleren oder schweren Grades vorliegen. Im Normalfall sind die betreuten Personen dabei Ehepartner, Eltern, Geschwister oder Kinder. Eine weitere Bedingung ist die Erreichbarkeit: die betreute Person muss entweder im Umkreis von 30km wohnen oder innerhalb einer Stunde erreichbar sein, und das während mindestens 180 Tagen im Jahr. Betreuungsgutschriften kann man ab dem Alter von 17 Jahren beantragen, und sie sind bis zum Erreichen des gesetzlichen Rentenalters beziehbar.

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Betreuungsgutschriften müssen jährlich geltend gemacht werden

Wer die Bedingungen zum Bezug einer Betreuungsgutschrift erfüllt, muss die Gutschrift jährlich bei der Ausgleichskasse seines Wohnkantons geltend machen. Dies hat den pragmatischen Hintergrund, dass jeweils geprüft werden muss, ob die Voraussetzungen für die Erteilung einer Betreuungsgutschrift vorliegen – und das muss jedes Jahr geschehen, weil sich die Voraussetzungen ändern, und deren Einhaltung bei Erreichen des Rentenalters nicht mehr geprüft werden kann. Im Falle von Eheleuten werden übrigens bei der Rentenberechnung während der Kalenderjahre der Ehe die Betreuungsgutschriften geteilt und je zur Hälfte den beiden Ehepartnern zugeschrieben (sog. Errungenschaftsbeteiligung). Diese Regelung gilt allerdings nur, wenn beide AHV-versichert sind. Ist zum Beispiel ein Ehepartner Grenzgänger oder lebt sogar dauerhaft im Ausland, so erhält der in der Schweiz lebende Ehepartner die volle Gutschrift.

Die Höhe der Betreuungsgutschrift beträgt 3 Minimalrenten

Ein weiterer Sonderfall ist die Betreuung eines pflegebedürftigen Kindes durch seine Eltern, welche bereits eine Erziehungsgutschrift für das Kind geltend machen. In diesem Fall sind nämlich Betreuungs- und Erziehungsgutschrift für das Kind nicht miteinander kombinierbar. Allerdings kann die Betreuungsgutschrift dann beantragt werden, wenn die Erziehungsgutschrift aufgrund des Alters des Kindes nicht mehr bezogen wird. Die Höhe der Betreuungsgutschrift beträgt nach aktueller Regelung das Dreifache der gesetzlichen Mindestrente, und zwar zum Zeitpunkt, an dem der Gutschriftenempfänger das gesetzliche Rentenalter erreicht. Dabei werden seine gesamten Gutschriften zusammengerechnet und durch die Anzahl Beitragsjahre geteilt, um sie anschliessend jeweils zum jährlichen Erwerbseinkommen hinzuzurechnen. Pro Beitragsjahr kann hierbei nur maximal eine ganze Gutschrift angerechnet werden – und überdies können Anrechnungen nur soweit berücksichtigt werden, als noch nicht die maximale AHV-Rente erreicht wird.

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