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Q3 2017 Investment Ausblick Europa

12.07.2017 5:29
Q3 2017 Investment Ausblick Europa

Der Euroraum präsentiert sich stabil und zuversichtlich. In allen Mitgliedstaaten kann ein positives Wirtschaftswachstum verzeichnet werden. Sorgenkind bleibt indes Italien. Nicht nur der marode Bankensektor (Italiens Banken haben aktuell 270 Mrd. EUR sog. nicht performender oder schlicht fauler Kredite in den Büchern, einsamer Rekordwert in Europa) schreckt Investoren ab, auch die politischen Unsicherheiten rund um die Parlamentswahlen bergen gewisse Risiken. Gerade angesichts der drückenden Staatsverschuldung sind weitere politische Instabilitäten Gift für Direktinvestitionen. Aufhorchen lässt die letzte Rede von EZB-Chef Draghi, der erstmals eine geldpolitische Straffung nicht mehr kategorisch ausschliesst. Gut möglich also, dass die Zentralbank zumindest vom Anleihenkaufprogramm in Höhe von 60 Milliarden Euro monatlich per Ende Jahr zurückfährt, auch wenn die Leitzinsen vorerst noch tief blieben dürften.

Feierlaune in Europa

Grund zur Hoffnung geben insbesondere die Wirtschaftsdaten der EU-Länder. Nicht nur sinkt die Arbeitslosenquote, die Wachstumsaussichten sind selbst für Wackelkandidaten wie Griechenland positiv. Und auch der Euro hat im Vergleich zum Schweizer Franken Boden gut gemacht und entlastet damit auch die SNB, die weitaus weniger im Devisenmarkt intervenieren muss.

Investment Ausblick Europa

Quelle: Datastream Thomson Reuters

Die stabilen Zahlen der Euro-Wirtschaft geben der Zuversicht der Einkaufmanager weiter Auftrieb und der Einkaufsmanager Index erreicht einen neuen Höchststand von fast 57 Punkten.

Investment Ausblick Europa

Quelle: Datastream Thomson Reuters

Auch die Konsumentenstimmung hellt sich weiter auf. In Frankreich steigt die Konsumentenstimmung stark an und erreicht mit 108 Zählern einen neuen Höchststand. Die gute Stimmung der Konsumenten dürfte nicht zuletzt auch auf dem für Europa positiven Ausgang der Präsidentschaftswahlen vom 7. Mai gründen.

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Quelle: Datastream Thomson Reuters

Müdigkeit im Euro Stoxx

Nachdem der Euro Stoxx 600 Index im Mai noch an der 400er Marke kratze, zeigt sich in den vergangenen Wochen eine Ermüdungstendenz. Nichtsdestotrotz gewinnt der Index YTD über 6 Prozent. Angeschoben wird der Index von Titeln aus der Aviatik-Branche wie Lufthansa und easyjet mit Renditen von über 30 Prozent in den vergangenen drei Monaten.

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Quelle: Datastream Thomson Reuters

Wenig Vertrauen in Italien

Die Staatsverschuldung in Italien beträgt über 2.26 Billionen Euro – Tendenz steigend. Bei einem Zins von ca. 3 Prozent beträgt alleine die Zinslast pro Jahr gut 66 Millionen Euro. Schon heute bezahlen die Italiener vergleichsweise viel, um ihren Staatshaushalt zu finanzieren.

Während Anleger Spanien und Frankreich weitaus mehr Vertrauen entgegen bringen und entsprechend geringere Risikoprämien verlangen, bezahlen die Italiener ca. 1 Prozentpunkt mehr als Spanien für 15-jährige Laufzeiten und fast dreimal so viel wie Deutschland. Ein Zinsanstieg würde die Italiener zwar nicht direttissima in den Staatsbankrott treiben, aber die Zinszahlungen würden mittelfristig steigen und somit ceteris paribus prozentual mehr vom BIP verbrauchen.

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Quelle: Datastream Thomson Reuters

Der Markt ist (noch) unbeeindruckt vom Brexit

Die Briten zeigen sich betont unbeeindruckt vom Wirbel rund um den Brexit. Nach wie vor sind die Einkaufsmanager zuversichtlich, was die zukünftige Nachfrage betrifft. Der Index steigt im Vergleich zum Vorquartal von etwas über 54 Punkte auf fast 57 Punkte.

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Quelle: Datastream Thomson Reuters

Die Abwertung des britischen Pfunds beflügelt die Exportwirtschaft. Zwischen Januar und April steigen die Exporte saisonbereinigt von 27.6 auf 28.7 Mrd. Pfund an. Einzig die Binnennachfrage lässt etwas nach und erste Banken verlagern Mitarbeiter in die Eurozone. Ob dies allerdings wirklich erste Anzeichen eines aufziehenden Abschwungs sind, oder nur eine vorübergehende Schwäche, muss sich erst noch zeigen.

An den Aktienmärkten konnten Anleger mit einem Plus von knapp 3 Prozent des FTSE 100 einigermassen zufrieden das erste Halbjahr 2017 abschliessen. Der Aufwärtstrend ist derzeit noch nicht gebrochen, auch wenn er sich verlangsamt hat. Die politischen Unsicherheiten im laufenden Jahr dürften indes die Aktien- und Devisenmärkte noch einige Male ordentlich durchschütteln.

Investment Ausblick Europa

Quelle: Datastream Thomson Reuters

Fazit: Europäische, zyklische ETFs versprechen gute Renditeaussichten. Wer mit Schwankungen und Unsicherheiten umgehen kann, sollte sich auch Grossbritannien anschauen.

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