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Q2 Investment Ausblick Global

13.04.2017 4:59
Q2 Investment Ausblick Global

Nach wie vor sind die Märkte im Trump-Fieber. Aber neben der wenig faktenbasierten Trump-Rallye gibt es durchaus auch solide Marktdaten, die die positive Stimmung untermauern. Für 2017 erwartet der IMF ein globales Wachstum von 3.4 Prozent. Für die USA gehen die Analysten von einem BIP-Wachstum von 2.3 Prozent aus. Ein wichtiger Treiber der globalen Wirtschaft bleiben indes die BRICS Staaten.

Die US-Wirtschaft überzeugt mit stabilen Konjunkturdaten und sinkender Arbeitslosigkeit. YTD legt der S&P 500 um 5.8 Prozent zu. Und auch die Verbraucher zeigen sich optimistisch. Die Stimmung in den USA hellt sich im März weiter auf und erreicht den höchsten Stand seit über 16 Jahren.

Market Watch

Quelle: Datastream Thomson Reuters

Getrieben wird die Euphorie unter anderem durch den zunehmenden Privatkonsum, der mehr als zwei Drittel des Wirtschaftswachstums der USA ausmacht. Zu den Top-Performern im S&P 500 des ersten Quartals 2017 gehört der Energieversorger NRG Energy Inc. aber auch das Pharmaunternehmen Vertex und der Metallverarbeiter Arconic Inc.

Ebenfalls positive Signale kommen aus China und Japan. Die chinesische Industrie ist im März so stark gewachsen wie seit Jahren nicht mehr und auch in Japan legte die Industrie zu, während die Arbeitslosigkeit im Februar auf einen Tiefststand von 2.8 Prozent sank.

China und USA: Eskalation oder Kooperation?

Mit Spannung erwartet wird das erste Treffen zwischen Präsident Trump und seinem chinesischen Kollegen Xi Jinping am 6. und 7. April in Florida. Die Anschuldigung aus dem Trump-Lager China halte seine Währung absichtlich tief, um Handelsüberschüsse zu erzielen, befeuert den drohenden Handelsstreit zwischen den beiden Mächten. In den Tagen vor dem Treffen geben sich indes beide Seiten betont kooperativ. Ob Trump die härtere Gangart gegenüber Peking also am Ende wirklich durchsetzt, bleibt einmal mehr fraglich. Zwar exportiert China mit über 21 Mrd. Dollar fast doppelt so viel in die USA wie umgekehrt, dennoch würden auch die amerikanische Industrie allfällige Handelshemnisse empfindlich zu spüren bekommen. Und nicht zu vergessen: China ist der mit Abstand grösste Gläubiger der USA – auch dies lässt vermuten, dass selbst ein Donald Trump sich den Weg der politischen Kompromisse wird gehen müssen.

Market Watch

Quelle: Datastream Thomson Reuters

Bei Schwellenländern ist mit Unsicherheiten zu rechnen

Auch wenn sich mit dem breit abgestützten MSCI International Emerging Markets Index im ersten Quartal ein Plus von 5.7 Prozent realisieren liess, sollten sich Anleger nicht von der Performance täuschen lassen. Für die kommenden Monate ist mit volatileren Emerging Markets zu rechnen. Einerseits wird der IMF wahrscheinlich die Wachstumsprognosen für weite Teile von Lateinamerika senken und andererseits zeigen sich auch Reuters Trading Daten eher bearish. Momentan werden doppelt so viele Put-Optionen auf den iShares MSCI Emerging Markets ETF gehandelt wie Calls. Zudem bleibt die unklare US-Politik ein weiterer Risikofaktor. Noch ist unklar, welche Schwellenländer von der Handelspolitik der USA in welchem Masse betroffen sein werden. Dies gilt insbesondere für Mexiko. Seit dem Amtsantritt von Präsident Trump hat sich die Rhetorik gegenüber dem Nachbarstaat zwar etwas gemässigt und die Investoren zeigen sich wieder optimistischer was die Verhandlungen über NAFTA betrifft, was sich auch in dem steigenden Peso widerspiegelt, dennoch bleiben die Unsicherheiten bestehen und dürften noch für Bewegung an den Märkten sorgen.

Market Watch

Quelle: Datastream Thomson Reuters

Nichtsdestotrotz lauern in den Emerging Markets auch Chancen. Moodys stufte die Kreditwürdigkeit Brasilien im März 2017 von negativ zu stabil herauf. Werden die notwendigen politischen Reformen in Angriff genommen und die Staatschuld gedrückt könnte der Ibovespa-Index den Anlegern auch im laufenden Jahr wieder attraktive Renditen bescheren.

Auch Japan vermag die Anleger wieder zu überzeugen

Für den japanischen Ministerpräsidenten Abe hat das Jahr erfreulich begonnen. Der Preisindex für Konsumgüter zog zum ersten Mal seit Ende 2015 zweimal in Folge an und stieg im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 Prozent. Zwar ist die Preisentwicklung immer noch weit von dem 2 Prozent Ziel entfernt, aber die Wirtschaft wächst moderat und auch die Firmengewinne steigen seit Mitte 2016 wieder an. Die geplanten weiteren Zinsschritte des Fed dürften zudem den Dollar gegenüber dem Yen weiter stärken und die Exporte stützen.

Moderater Anstieg beim Ölpreis

Trotz der der Bemühungen der OPEC die Fördermengen zu begrenzen und dadurch den Ölpreis zu stützen, rechnet die IEA (International Energy Agency) nicht mit einem signifikanten Anstieg des Ölpreises. Die Seitwärtsbewegung dürfte sich also noch etwas fortsetzen.

Market Watch

Quelle: Datastream Thomson Reuters

Zu gross sind die bestehenden Reserven im Markt, um einen signifikanten Anstieg des Preisniveaus zu erreichen. Zudem locken anziehende Ölpreise Anbieter auf den Markt: die USA, Canada oder Brasilien, würden hier wohl gerne einspringen, wenn sich die Gelegenheit bietet. Nachfrageseitig erwartet die IEA einen Anstieg im globalen Ölbedarf von 1.2 Millionen Barrel pro Tag bis zum Jahr 2022. Insbesondere der Energiehunger Indiens wird die Nachfrageseite in den kommenden Jahren ankurbeln.

Fazit: Zyklische ETFs auf europäische Aktienmärkte versprechen gute Aussichten. Für risikobewusstere Anleger bleiben auch ETFs auf Emerging Markets interessant – hier insbesondere Indien und Südostasien. Japan übergewichten.

Tops und Flops der ETF-Länderindizes

2016 hatte Russland die Rangliste nach Brasilien angeführt; im ersten Quartal wird der einstige Hoffnungsträger auf den hintersten Rang verdrängt. Der tiefe Ölpreis aber auch die westlichen Sanktionen machen Russland zu schaffen. Dafür überraschen zwei europäische Länder, die es unter die Top 5 schaffen. Polnische Aktien legen fast 20 Prozent zu nicht zuletzt dank einer verbesserten Inlandsnachfrage und den tiefen Rohstoffpreisen, die den importierenden Ländern zusätzliches Wachstum bescheren. Das gestiegene Vertrauen der Anleger zeigte sich auch im 6-Prozent Aufwertungssprungs beim polnischen Zloty.

 

Top Aktien Länder

1 Polen 18,00%
2 Mexico 15,57%
3 Südkorea 15,38%
4 Indien 14,30%
5 Spanien 11,96%


Flop Aktien Länder

1 Russland -5,75%
2 Kanada 1,49%
3 Grossbritannien 3,35%
4 Japan 3,87%
5 USA 4,18%

Quelle: justETF.com; Stand: 31.03.17; Angaben in CHF basierend auf dem grössten ETF des jeweiligen Index.

Anlage-Ideen von Julien Schillewaert, Chief Investment Officer bei MoneyPark

Wir sehen gute Renditeaussichten bei:

  • Japan: Die expansive Geldpolitik der Bank of Japan stützt die Exportwirtschaft. Die Firmengewinne steigen bereits seit Mitte 2016 wieder und werden vom schwachen Yen zusätzlich befeuert.
  • Emerging Marktes: Zwar birgt die bisher unklare Handelspolitik der USA gerade für lateinamerikanische Schwellenländer gewisse Risiken. Dennoch warten in den Emerging Markets auch Chancen. Ein Blick auf Indien und Südostasien lohnt sich.
  • Europa: Die vergleichsweise positiven Wirtschaftsdaten und die Reflationstendenzen machen auch Investments auf europäische Aktienindizes wieder attraktiv. Gerade in Osteuropa zeigen sich Chancen etwas in Polen oder Tschechien.

Abraten würden wir von:

  • Anleihen bleiben auch im laufenden Jahr wenig attraktiv.
  • SMI hat Aufholpotenzial, für mehr dürfte es kaum reichen.screenshot
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