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Wo unser Regionalleiter Zürich selber in eine Immobilie investieren würde

03.07.2017 5:55
Wo unser Regionalleiter Zürich selber in eine Immobilie investieren würde

Shahram Shad leitet für MoneyPark die Region Zürich. Im Interview spricht er darüber, was Kunden in seiner Region zurzeit beschäftigt und wie er selber die aktuelle Lage auf dem Immobilienmarkt einschätzt.

Shahram Shad, welche Frage hören Sie im Moment von Ihren Kunden am häufigsten?

Die Kunden möchten wissen, wieviel ihre Immobilie wert ist, beziehungsweise ob der Kaufpreis ihrer Traumimmobilie gerechtfertigt ist. Durch die Diskussionen rund um die fortwährend steigenden Immobilienpreise sind einige Käufer und Eigentümer verunsichert. Stichwort: Immobilienblase. Da ist es wichtig, dass ich klare Fakten aufzeigen kann und ehrlich bin. Ich kann zwar nicht die Entwicklungen der nächsten Jahre voraussagen, aber ich weiss, welche Baupromotionen kommen und wohin sich die Preise tendenziell bewegen.

Woher kommt Ihre Expertise auf diesem Gebiet?

Nach 13 Jahren bei der Credit Suisse bin ich im Jahr 2013 als Kundenberater für Hypotheken zu MoneyPark gewechselt, heute bin ich Leiter Sales Region Zürich. Ich lege aber grossen Wert darauf, immer noch einmal in der Woche als Finanzierungsberater bei einem Kundengespräch dabei zu sein. So bleibt der Zugang zu den Kunden erhalten und ich weiss, welche Themen sie momentan beschäftigen. Es ist sicher auch von Vorteil, dass ich selber in der Region Zürich aufgewachsen bin. Ich kenne viele Leute, kenne die aktuellen Bauprojekte und weiss über die Bodenpreise und Reglemente Bescheid.

Wie schätzen Sie denn aktuell die Lage in Zürich ein? Man liest immer wieder, dass sich kaum noch jemand Wohneigentum in der Stadt leisten kann.

Das ist schon so, vor allem in den letzten sechs bis sieben Jahren sind die Preise extrem gestiegen, in der Region Zürich überproportional gegenüber dem Rest der Schweiz. Ich schätze Zürich aber nicht grundsätzlich als Risikogebiet ein. Ich glaube, dass wir in der Stadt Zürich teilweise eine Überhitzung bei Liebhaberobjekten haben, nicht aber bei Standardimmobilien, die von einer stabilen Nachfrage getragen werden.

Hat die Zuwanderungsinitiative die Nachfrage nach Wohneigentum abgebremst?

Schweizweit hat es seither bestimmt einen Rückgang gegeben. Doch gerade die Region Zürich hat weiter an Attraktivität gewonnen, nicht zuletzt dank des dynamischen Arbeitsmarktes, der internationalen Ausrichtung, aber auch dank Standortfaktoren wie vergleichsweise tiefer Steuern oder einer Top-Infrastruktur.

Wie steht es um die Nachfrage bei sehr teuren Projekten wie beispielsweise dem Zölly-Gebäude?

Für Projekte, bei denen es beim Kaufpreis nach oben kein Limit gibt, wie das Zölly-Gebäude oder das Renaissancegebäude, ist und bleibt die Kaufanfrage extrem hoch. Wenn ein solches Objekt auf den Markt kommt, geht das immer noch weg wie warme Gipfeli.

Gilt das trotz der überproportional hohen Preise in der Stadt auch für Standardimmobilien?

Klar, die Preise sind sehr hoch. Das ist zu teuer als Wohnraum für Normal- oder Gutverdienende. Sagen wir es so: Ein Banker oder eine Bankerin mit einem Einkommen von 120’000 bis 150’000 Franken und Familie kann sich in der Stadt Zürich keine Immobilie leisten. Da wird nämlich eine Familienwohnung mit 4- bis 5.5-Zimmern benötigt, was in der Regel 1.5 bis 1.8 Millionen Franken kostet. Diese Person muss also viele Eigenmittel mitbringen, zum Beispiel in Form eines Erbvorbezugs, denn sie wird die nötigen Mittel nicht alleine durch den eigenen Lohn angespart haben.

Wer will sich das überhaupt leisten?

Wenn ich mir die Finanzierungen der letzten vier Jahre anschaue, sind das meistens Doppeleinkommen von überdurchschnittlich gutverdienenden Partnern oder Eheleuten ohne Kinder. Oder aber ältere Personen, die viel Kapital auf der Seite haben und in der Stadt Zürich Renditeobjekte kaufen, in der Hoffnung, dass der Wert noch mehr steigt. Grundsätzlich findet man aber schon nicht mehr so interessante Renditeliegenschaften wie früher, wer in der Stadt Zürich kauft, bezahlt zu viel. So zieht es die meisten dann eher Richtung Agglomeration. Sehr beliebte Familiengegenden sind zurzeit die Goldküste und das Zürcher Unter- und Oberland.

Wo in der Region würden Sie denn selber zurzeit in eine Renditeliegenschaft investieren, in der Stadt oder doch lieber ausserhalb?

In der Stadt Zürich würde ich selber nicht in eine Renditeliegenschaft investieren, eher würde ich ausserregional suchen. Dort finden sich nämlich immer noch viele interessante Objekte mit einer Brutto-Rendite von über 4,5 Prozent.

Neben Ihrer beratenden und leitenden Funktion bei MoneyPark, wie sieht Ihr Ausgleich zum Berufsalltag aus?

Ich brauche neben der Arbeit immer auch etwas, um mich auszutoben. Früher habe ich diesen Ausgleich noch mehr gebraucht als heute. Während meiner Zeit im Bankengeschäft habe ich so oft Teilzeit in einer Bar gearbeitet, so als Abwechslung zum Berufsalltag. Heute reise ich sehr gerne und habe Freude an Motorrädern und Flugzeugen.

Freude an Flugzeugen, Sie sind Hobby-Pilot?

Mein insgeheimer Berufswunsch war Pilot – und ist es auch heute noch ein bisschen. Ich wusste immer, entweder werde ich Banker oder Pilot. Etwas Anderes kam nie infrage. Tatsächlich selber ein Flugzeug steuern kann ich aber nicht, soweit kam ich bis jetzt nicht. Für eine Ausbildung zum Piloten ist es zu spät, aber wer weiss, vielleicht nehme ich irgendwann doch noch Flugstunden.

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