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Wer bezahlt Mietschäden in der Wohnung?

27.12.2017 11:00
Wer bezahlt Mietschäden in der Wohnung?

Der Umzug in das neue Zuhause hat bereits stattgefunden, die Wohnung wurde professionell geputzt und die nötigen Kleinreparaturen vollzogen. Nun ist es an der Zeit, dass der Vermieter durch die Wohnung geht und alle Räume überprüft. Wonach er sucht? Mietschäden! Und zwar nach solchen, welche die normalen Abnutzungsspuren überschreiten. Doch wer bezahlt diese übermässigen Mietschäden? Ein Gastbeitrag von MOVU.

Die normale und die übermässige Abnutzung des Mietobjektes

Was eine normal und was eine übermässige Abnutzung eines Mietobjektes ist, wird häufig zum Streitpunkt zwischen Mietern und Vermietern. Denn in einer Wohnung oder einem Haus wird nun mal gelebt, sodass Spuren nach dem Auszug unvermeidbar und bis zu einem gewissen Ausmass normal sind. Unterschieden wird bei der Abnutzung jedoch zwischen normaler und übermässiger Abnutzung.

Normale Abnutzung: Unter einer normale Abnutzung werden Gebrauchsspuren verstanden, welche während einer sorgfältigen Benutzung des Mietobjektes entstehen. Diese sind bereits im Mietzins enthalten, weshalb die Finanzierung dieser Ausbesserungen vom Vermieter übernommen werden. Eine normale Abnutzung meint unter anderem Folgendes: Marginale Kratzer im Parkett, Farbveränderungen an der Tapete, die durch Möbel oder Bilderrahmen hervorgerufen wurden, Lampenabdrücke, Nagel- und Dübellöcher in angemessener Zahl und ausgetretene Teppiche.

Übermässige Abnutzung des Mietobjektes: Übermässige Abnutzung bedeutet, dass Gegenstände oder Installationen im Mietobjektes vor der eigentlichen Lebensdauer ersetzt oder repariert werden müssen. Dies geschieht insbesondere durch Unfälle oder durch fahrlässige Behandlung des Mietobjektes. Eine übermässige Abnutzung meint unter anderem bemalte Wände, zu viele Dübellöcher in der Wand, grobe und tiefe Kratzer im Parkett, Risse im Lavabo, Nikotinwände, zerbrochene Fensterscheiben und Kratzer, die Haustiere an Wänden und Türen hinterlassen haben.

Die Lebensdauer von Gegenständen

Im vorigen Abschnitt war von der “Lebensdauer der Gegenstände” die Rede. Jedem Gegenstand innerhalb des Mietobjektes ist nämlich eine spezielle Lebensdauer zugeschrieben.

Ein Beispiel: Nach Abschliff und Versiegelung erhält ein Holzboden die Lebensdauer von 10 Jahren. Wenn diese 10 Jahre ohne Tätigkeiten seitens der Vermieter verstreichen, müssen die Mieter nicht für Kratzer im Boden aufkommen, da der Boden seine Lebensdauer überschritten hat.

Der Mieterinnen- und Mieterverband stellt online eine Lebensdauertabelle zur Verfügung. Dort findet man die Lebensdauer von Einrichtungsgegenständen, die in einem Mietobjekt vorkommen.

Wer bezahlt Mietschäden?

Nun sind übermässige Mietschäden entstanden, welche finanziell nicht vom Vermieter übernommen werden. Wer bezahlt nun diese? Grundsätzlich sind Sie als Mieter dazu verpflichtet, bei übermässigen Abnutzungserscheinungen innerhalb des Mietobjektes, die Kosten für die Instandsetzung zu tragen. Jedoch nur dann, wenn die Lebensdauer der Gegenstände noch nicht abgelaufen ist. Sind Schäden unbeabsichtigt entstanden, kann die Privathaftpflicht dafür beansprucht werden. Hierzu ist eine Abklärung über die Leistungen der Versicherung im Voraus sinnvoll. Doch die Versicherung übernimmt nicht alle Schäden, welche in einem Mietobjekt entstehen. Nicht übernommen werden jene Schäden, welche grob fahrlässig entstanden sind oder absichtlich verursacht wurden. Auch für “Allmählichkeitsschäden” kommt die Versicherung nicht auf, also Schäden, welche nach und nach entstehen, wie beispielsweise Wasserflecken.

In dem Zusammenhang ist es zudem nützlich zu wissen, dass die Mieter oder die Versicherung bei einer übermässigen Abnutzung nicht den Neuwert-, sondern den Zeitwert eines Gegenstandes bezahlen müssen. Hierbei ist sowohl die allgemeine Lebensdauer der Gegenstände entscheidend, als auch ein schriftliches Dokument, welches angibt, wann die Lebenszeit eines Gegenstandes begonnen hat. Daraus errechnet sich letztendlich der Preis, den die Mieter oder die Versicherung bei übermässigen Mietschäden für einen Gegenstand zahlen müssen.

Um beim Beispiel des Holzbodens zu bleiben: Wurde der Holzboden vor vier Jahren neu geschliffen und versiegelt, so müssen Sie im Fall eines grossflächigen Schadens noch sechs Jahre des Neuwertes begleichen, da die allgemeine Lebensdauer für Holzböden – wie bereits beschrieben – bei 10 Jahren liegt.

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