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Untermiete: Das sollten Sie beachten

11.06.2018 3:54
Untermiete: Das sollten Sie beachten

Viele Mieter nutzen ihre Wohnung oder ihr Haus nicht komplett: Oft stehen Gästezimmer das ganze Jahr über leer, teilweise sind sogar ganze Einliegerwohnungen im Keller vorhanden. Da liegt es nahe, einen Teil des Wohnbereichs unterzuvermieten. Das lohnt sich natürlich vor allem aus finanzieller Sicht. Doch Vorsicht: Wer selbst Mieter ist, darf seine Wohnung oder ein Zimmer nicht so einfach untervermieten, sondern muss einige Richtlinien beachten. Wir zeigen, worauf Sie achten sollten. Ein Gastbeitrag von MOVU.

Die Untermiete – wann ist sie erlaubt?

Wer annimmt, seine Wohnung oder einen Teil davon als Mieter frei an jemand anderen untervermieten zu dürfen, irrt: Zunächst muss dafür die Erlaubnis des Vermieters eingeholt werden. Dieser muss der Untermiete nicht zustimmen und darf sie somit auch ablehnen. Anders sieht es allerdings aus, wenn der Mieter aus finanzieller Not eine Untervermietung wünscht. Wurde ihm zum Beispiel das Gehalt gekürzt oder ist ein Mitbewohner bzw. der Partner ausgezogen, muss der Vermieter der Untervermietung zustimmen. Wenn er dies dennoch nicht tut, darf der Mieter das Mietverhältnis unter Einhaltung einer dreimonatigen Frist kündigen. Dies gilt selbst dann, wenn ein Zeitmietvertrag zwischen Mieter und Vermieter besteht oder das Kündigungsrecht bis zu einer gewissen Frist ausgeschlossen worden ist. Die Voraussetzung ist hier jedoch stets, dass genügend Platz für einen Untermieter vorhanden ist.

Wann muss der Vermieter über die Untermiete in Kenntnis gesetzt werden?

Prinzipiell muss der Vermieter immer Bescheid wissen, wenn ein Untermieter einziehen soll. Mieter sind dazu verpflichtet, ihn bereits vor der Unterzeichnung eines Untermietvertrags darüber in Kenntnis zu setzen. Sollte dies nicht der Fall sein und der Vermieter findet im Nachhinein heraus, dass einzelne Räume oder auch die ganze Wohnung untervermietet worden sind, kann er seinen Hauptmieter abmahnen und den Untermieter dazu auffordern, innerhalb einer bestimmten Frist auszuziehen. Geschieht dies nicht, hat der Vermieter das Recht, das Mietverhältnis fristlos zu kündigen.

Allerdings gibt es eine Ausnahme: Die sogenannte Sechs-Wochen-Regel besagt, dass jeder Mieter Verwandte oder Freunde bis zu einer Dauer von sechs Wochen in jeder Wohnung wohnen lassen darf, ohne dass der Vermieter darüber informiert werden muss. Es ist ihm jedoch untersagt, für diese Form der Untermiete Geld zu verlangen.

Die Haftung beim Untermietvertrag

Das Thema Haftung ist etwas, womit sich jeder Hauptmieter bereits im Vorfeld auseinandersetzen sollte und das unbedingt auch im Mietvertrag erwähnt werden muss. Hierbei handelt es sich um ein recht heikles Thema, denn auch wenn der Untermieter einen Schaden in einer Mietwohnung selbstverschuldet hat, muss dafür der Hauptmieter haften. Sollte der Untermieter beispielsweise finanziell nicht dazu in der Lage sein, die Reparatur für entstandene Schäden zu bezahlen, muss der Hauptmieter die Rechnung begleichen. Es ist aus diesem Grund immer empfehlenswert, einen Untermietvertrag mit einer Kaution abzuschließen. Diese wird – wie bei einem normalen Mietvertrag – vom Hauptmieter einbehalten und verwaltet, bis der Untermieter wieder auszieht. Im Falle eines Schadens, der durch den Untermieter verursacht worden ist, darf diese vom Hauptmieter teilweise oder ganz einbehalten werden.

Der Untermietvertrag: Welche Aspekte sind relevant?

Grundsätzlich müssen in einem Untermietvertrag sämtliche Punkte festgehalten werden, die auch in einem normalen Mietvertrag enthalten sind. Einige Aspekte bedürfen jedoch einer detaillierteren Ausführung, wie zum Beispiel das Thema Kaution. Der Hauptmieter ist nämlich haftend für alle Schäden, die der Untermieter anrichtet. Weiterhin müssen die Pflichten des Untermieters vertraglich festgehalten werden, wie beispielsweise der Zustand der Wohnung beim Auszug oder auch Wartungsarbeiten während der Mietzeit. Sämtliche vom Hauptmieter aufgestellten Regeln müssen vom Untermieter befolgt werden – auch dann, wenn diese für den Untermieter ungewöhnlich sind. Erlaubt der Hauptmieter die Nutzung der Küche beispielsweise nur zu einer bestimmten Uhrzeit, dann muss der Untermieter dies befolgen. Unterschreibt er den Untermietvertrag, erklärt er sich mit allen darin enthaltenen Punkten einverstanden und es kommt ein gültiges Untermietverhältnis zustande.

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