Kann ich eine Photovoltaikanlage mit Vorsorgegeldern finanzieren?

von / 03 Juli 2023
MoneyPark Ratgeber - Immobilien und Hypotheken

Wir würden im Hinblick auf eine neuerliche Energiemangellage gerne eine Photovoltaikanlage auf unserem Einfamilienhaus installieren und diese mit einer Batterie kombinieren. Die Kosten belaufen sich auf CHF 45’000. Welche Möglichkeiten haben wir, um diese Investition zu stemmen? Können wir Vorsorgegelder einsetzen?

Mit Ihrem Anliegen eine Photovoltaikanlage zu installieren sind sie nicht allein. In unserer aktuellen Wohntraumstudie konnten wir feststellen, dass etwas mehr als die Hälfte der befragten Eigentümerschaft in den nächsten zwei Jahren Investitionen ins Eigenheim tätigen möchte und davon rund ein Drittel eine Solaranlage installieren will. Allein mit der Stromproduktion dauert es bei den aktuellen Strompreisen ein paar Jahrzehnte, bis eine Photovoltaikanlage amortisiert ist. Wenn Sie aber die Investition mit Vorsorgegeldern und/oder einer Hypothekarerhöhung tätigen und die staatlichen Förderbeiträge sowie die Steuerersparnis berücksichtigen, lohnt sich das Unterfangen nicht nur als nachhaltiger Beitrag zur Linderung der Energiekrise und für die Umwelt, sondern auch für Ihr Portemonnaie.

Vorsorgegelder einsetzen und/oder Hypothek erhöhen?

Vorsorgegelder, wie jene der Pensionskasse und dritten Säule, dürfen Sie alle fünf Jahre beziehen – auch für eine Photovoltaikanlage. Bei Pensionskassen gibt es bei Bezügen für Renovationen verschiedene Auflagen. Beispielsweise kann ein Mindestvorbezug vorgegeben sein, weshalb eine Vorabklärung ratsam ist. Zudem müssen Sie beachten, dass der Bezug zu einer Kapitalleistungssteuer führt. Um diese zu vermeiden und gleichzeitig in der Steuererklärung höhere Hypothekarzinsaufwände geltend zu machen, kann anstelle des Bezugs eine Verpfändung mit gleichzeitiger Erhöhung der Hypothek ins Auge gefasst werden. So bleibt das Vorsorgeguthaben in der Pensionskasse respektive in der dritten Säule und wird dort weiterhin steuerfrei verzinst.

Preissteigerung bringt Spielraum zur Hypothekarerhöhung

Die Investition in eine Photovoltaikanlage ist auch deshalb besonders attraktiv, weil sie steuerlich als werterhaltende Investition gilt und zum Abzug gebracht werden kann, gleichzeitig aber auch den Immobilienwert um den Investitionsbetrag steigert. Durch letzteren Effekt resultiert automatisch eine geringere Belehnung und damit Spielraum für eine Erhöhung der Hypothek, sofern die Tragbarkeit weiterhin gegeben ist. Durch die generelle Steigerung der Immobilienpreise in den letzten Jahren ist es sehr oft so, dass es gar keine Vorsorgegelder braucht, um die Hypothek aufzustocken.

Förderbeiträge und Steuerersparnis beachten

Bei einer Investition von CHF 45’000 dürften Sie staatliche Förderbeiträge im Rahmen von etwa CHF 5000 erhalten. Zudem können Sie die Investition bei den Steuern in Abzug bringen, was Ihnen eine einmalige Steuerersparnis in ähnlichem Umfang bringen dürfte. Damit haben Sie dann bereits einen Viertel der Investitionskosten amortisiert. Die leicht höheren Hypothekarkosten von rund CHF 1000 pro Jahr machen Sie dann mit höheren Steuerabzügen, der Einspeisevergütung für nicht selbst verwendeten Strom und den gesparten Stromkosten locker wett.


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