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Immobilien und Hypotheken – Trends und Themen 2020

28.01.2020 2:20
Immobilien und Hypotheken – Trends und Themen 2020

Das neue Jahr ist noch relativ jung und wir widmen uns im heutigen Blogbeitrag einigen Trends und Themen, welche uns auch 2020 im Bereich Immobilen und Hypotheken beschäftigen werden. Neben der noch hängigen Diskussion um die Abschaffung des Eigenmietwertes wird die Ablösung des Libors durch den Saron weiter ins Scheinwerferlicht rücken. Auf der politischen Bühne stehen beispielsweise die Abstimmung «Mehr bezahlbarer Wohnraum» und die Senkung des hypothekarischen Referenzzinssatzes bei Mietverhältnissen auf der Agenda. Los geht’s mit den Trends und Themen 2020.

Abschaffung des Eigenmietwertes

Die parlamentarische Initiative «Systemwechsel bei der Wohneigentumsbesteuerung» beschäftigt die Wirtschaftskommission des Ständerates nun bereits seit rund drei Jahren und bleibt auch ein Thema im Jahr 2020. Anfänglich sah alles vielversprechend aus, es herrschte eine richtiggehende Aufbruchstimmung: Endlich, so war die einhellige Meinung nach der Präsentation der Kommission für Wirtschaft und Abgaben (WAK) des Ständerats, war eine von allen Seiten tragfähige Lösung zur Abschaffung des Eigenmietwertes gefunden. Insbesondere für den Knackpunkt «Abzugsfähigkeit von Schuldzinsen» präsentierte man gleich fünf Varianten. Davon stufte man mindestens zwei Varianten als sehr konsensfähig ein. Allerdings schenkte man dem Aspekt, dass man unter Berücksichtigung des heutigen Zinsumfeldes bei allen Varianten gravierende Steuereinbussen in Kauf nehmen müsse, kaum Beachtung. Vergleich hierzu auch unser im Februar 2019 veröffentlichter Beitrag unter dem Titel «Eigenmietwert – Die Abschaffung hat gute Chancen». Doch dann drehte der Wind, wir haben dies bereits mit unserem Blogbeitrag «Abschaffung des Eigenmietwertes ist kein Selbstläufer» vom Sommer 2019 aufgenommen und kurz vor Jahresende 2019 setzte der Ständerat dem ganzen Prozedere die Krone auf, wie die NZZ am 15. November 2019 schrieb: Die Kommission schaltet eine Extrarunde ein, die verfahrenstechnisch gar nicht vorgesehen ist. Sie fordert den Bundesrat auf, zu ihren Plänen jetzt schon Stellung zu nehmen. Üblicherweise schaltet sich der Bundesrat erst ein, wenn die Vorlage ins Parlament geht.

Als die grössten Stolpersteine entpuppten sich die Steuerausfälle und die Ferienhäuser. Ein Systemswechsel würde wohl signifikante Steuerausfälle für den Fiskus bedeuten. Über das Ausmass streiten sich die Experten, es ist von mehreren hundert Millionen bis zu fast 2 Milliarden Franken die Rede – pro Jahr notabene. Wahrlich kein Pappenstil.

Die Vorlage sollte in der Frühjahrssession 2020 im Nationalrat behandelt werden, welche gemäss der Webseite der Bundesversammlung vom 2. bis 20. März dauert. Danach sieht es infolge der Extrarunde beim Bundesrat aber eher nicht aus, die Behandlung in der Sommersession vom 2. bis 19. Juni scheint realistischer. Eine Abstimmung und damit der Entscheid der Räte ist also nicht vor Herbst 2020 zu erwarten.

Initiative «Mehr bezahlbare Wohnungen»

Im Jahr 2015 lancierte der Mieterinnen- und Mieterverband Schweiz zusammen mit dem Verband Wohnbaugenossenschaften Schweiz, dem Schweizerischen Gewerkschaftsbund, der SP Schweiz und den Grünen die nationale Initiative «Mehr bezahlbare Wohnungen». Die Initiative will, wie die Verantwortlichen auf ihrer Webseite schreiben a) mindestens 10 Prozent bezahlbare Wohnungen beim Neubau (= Gemeinnützige Wohnungen, Genossenschaftswohnungen), b) faire Kaufbedingungen für Kantone und Gemeinden für geeignete Grundstücke (= Vorkaufsrecht) und c) energetische Sanierungen ohne Verluste von bezahlbaren Mietwohnungen.

Wir respektieren das Argumentarium der Initianten, erachten weitere Regulierungen, Gesetze und Vorgaben allerdings als völlig kontraproduktiv im Bestreben, mehr bezahlbare Wohnungen zu schaffen. Wir votieren vielmehr für eine Überprüfung der starren Tragbarkeitskriterien fürs Eigenheim, um mehr Familien den Weg ins Eigenheim zu ermöglichen. Wir haben hierzu Anfang Januar 2020 unter dem Titel «Starre Tragbarkeitsregeln fürs Eigenheim sind passé» eine Analyse veröffentlicht.

Vom Libor zum Saron

Trends und Themen 2020 heisst der Titel. Nun, der Libor sieht zwar erst auf Dezember 2021 sein Ende kommen, dann wird definitiv Schluss sein. Aber bereits im Jahr 2020 sind weitere Neuigkeiten zu erwarten. Denn bis 2021 muss für Schweizer Geldmarkthypotheken die Ablösung durch den Saron in trockenen Tüchern sein. Dr. Andréa M. Maechler, Mitglied des Direktoriums der SNB, machte im Dezember klar, dass sie von den Marktteilnehmern eine höhere Kadenz in der Umsetzung erwartet und mit der bisherigen Entwicklung noch nicht zufrieden ist. Ihren Unmut kann man zwischen den Zeilen der einleitenden Bemerkungen zum Mediengespräch vom 12. Dezember 2019 entnehmen. Vom Libor zum Saron – wir haben die 10 wichtigsten Fragen und Antworten in einem Blogbeitrag zusammengefasst. Am 19. März 2020 findet gemäss Terminkalender der SNB deren nächste geldpolitische Lagebeurteilung statt. Bestimmt wird sich der Ton von Frau Dr. Maechler nochmals verschärfen, sollten die Marktteilnehmer, allen voran die Banken, bis dann nicht geliefert haben. Unsere Empfehlung für Immobilienbesitzer mit einer Libor Hypothek: Auch Geldmarkt-Hypotheken weisen eine Rahmenlaufzeit auf. Diese liegt oft bei zwei bis drei Jahren. Zudem bestehen konditionenseitige Unsicherheiten hinsichtlich des Wechsels von Libor zur Saron. Daher sollte als Alternative unbedingt eine kurzfristige Festhypothek geprüft werden. Beispiel: Zweijährige Festhypotheken notieren mit 0.50 Prozent sogar tiefer als Geldmarkt-(Libor)-Hypotheken, die aktuell ab 0.55 Prozent abschliessbar sind. Selbst sehr langfristige Hypotheken wie beispielsweise die 10-jährige Festhypothek sind mit aktuell 0.36 Prozent günstiger. Vergleichen lohnt sich.

Trends und Themen 2020 – sicherlich keine abschliessende Aufzählung – more to come, stay tuned.


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