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Eigentümer rücken beim Wohnen näher zusammen

23.06.2020 5:55
Eigentümer rücken beim Wohnen näher zusammen

Die Immobilienpreise sind in den letzten Jahren stark angestiegen und Bauland gilt als einer der grössten Preistreiber. Gemäss unserer aktuellsten Analyse stehen Einfamilienhäuser, welche in den letzten vier Jahren erstellt und über uns finanziert wurden, schweizweit auf weniger Landfläche als bestehende Liegenschaften. Zudem geht die Nettowohnfläche von Neubauten – auch Wohnungen – zurück. Trotzdem erachten Käuferinnen und Käufer die Grösse der Wohnfläche nach wie vor als ein entscheidendes Kriterium bei der Wahl ihrer Traumimmobilie und stellen die viel beworbene Aussicht und den Ausbaustandard dafür hinten an.

Die Nettowohnfläche von Neubauten, die in den letzten vier Jahren erstellt und über uns finanziert wurden, liegt gesamtschweizerisch 3.2 Prozent tiefer als diejenige von bestehenden Bauten. Besonders ausgeprägt ist dies in Zürich (-4.6 %) und der Zentralschweiz (-7.8 %). Die Entwicklung der Nettowohnfläche korreliert nicht zwangsläufig mit der Entwicklung der Immobilienpreise in den entsprechenden Regionen: Während die Transaktionspreise für Eigentumswohnungen in den letzten 20 Jahren in Zürich über dem Schweizer Durchschnitt lagen und somit den grösseren Rückgang der Nettowohnfläche erklären, zeichnet sich beispielsweise in der Zentralschweiz ein anderes Bild. Die Preise für Eigentumswohnungen in der Zentralschweiz haben sich lediglich im Rahmen des Schweizer Schnitts verdoppelt und trotzdem verzeichnet diese Region den grössten Rückgang bei der Nettowohnfläche. Die Ostschweiz hingegen ist die einzige Region mit leichter Zunahme der Nettowohnfläche um 1.7 Prozent.

Geburtenrate korreliert mit durchschnittlicher Nettowohnfläche

Unsere Auswertung zeigt, dass die Ostschweiz auch die Statistik der Regionen mit der grössten durchschnittlichen Nettowohnfläche anführt. Wohnen Ostschweizer Familien im Schnitt auf 153 m2, haben Zentralschweizer 149 m2, Mittelländer 147m2 und Zürcher 140 m2 zur Verfügung. Die Grösse der Liegenschaften korreliert dabei mit der Geburtenziffer in der jeweiligen Region: Je grösser die Familien, desto mehr Platz benötigen sie. Durchschnittlich leben Wohneigentümerinnen und Wohneigentümer in der Schweiz auf 145 m2, wobei Besitzer von Einfamilien-häusern eine um 50 Prozent höhere Nettowohnfläche und im Schnitt 1.5 Zimmer mehr zur Verfügung haben als Besitzer von Eigentumswohnungen.

Landflächen: Enger zusammenrücken ist angesagt

Das gleiche Bild zeigt sich bei der Landfläche von Einfamilienhäusern. In den letzten vier Jahren gebaute Einfamilienhäuser stehen gesamtschweizerisch auf 527 m2. Das sind rund 100 m2 weniger Landfläche als bei älteren Einfamilienhäusern und entspricht einem Minus von 16 Prozent. Der Rückgang ist im Mittelland (-18 %) und in Zürich (-22 %) besonders ausgeprägt. Das schweizweite Phänomen verwundert kaum, sind doch die Immobilienpreise in den letzten zehn Jahren über fünfmal mehr gestiegen als die Einkommen und zudem ist verdichtetes Bauen Teil des Raumplanungsgesetzes des Bundes.

Nettowohnfläche

Trotz des grossen Rückgangs wohnen Mittelländer im Schnitt noch immer auf der grössten Landfläche (727 m2), dicht gefolgt von den Ostschweizern (723 m2). Zürcher und Nordwestschweizer hingegen müssen sich mit durchschnittlich 555 m2 Landfläche zufriedengeben. Die Grundstücke in Zürich sind somit um rund einen Viertel kleiner als in der Ostschweiz, die Bevölkerungsdichte liegt aber gleichzeitig achtmal höher.

Wunsch und Realität driften häufig auseinander

Spannend ist diese Analyse in Kombination mit den Wünschen der Schweizerinnen und Schweizer: Die diesjährige Wohntraumstudie von MoneyPark in Zusammenarbeit mit Helvetia Versicherungen und alaCasa.ch zeigt nämlich auf, dass die Wohnfläche trotz der preistreibenden Komponente ein entscheidendes Kriterium bei der Wahl einer Immobilie bleibt. Die viel beworbene Aussicht und der Ausbaustandard hingegen sind zweitrangig. Der Wunsch nach einer möglichst grossen Wohnung oder einem Haus mit entsprechendem Umschwung muss leider oftmals der Tatsache weichen, dass die finanziellen Mittel nicht (mehr) für das Wunschobjekt ausreichen. Aufgrund der über die Jahre stark gestiegenen Immobilienpreise und des Raumplanungsgesetzes wird in der Schweiz immer verdichteter gebaut. Die kleineren Flächen ermöglichen jedoch wiederum breiteren Bevölkerungsschichten, Wohneigentum zu erwerben.

Der Beizug eines unabhängigen Partners und eine professionelle Beratung helfen, die persönlichen finanziellen Möglichkeiten auszuloten und eine Immobilie zu finden, die einerseits den Wünschen und Bedürfnissen entspricht, und andererseits finanziell auch tragbar ist.

Zur Studie

Für die vorliegende Studie wurden über MoneyPark finanzierte Neubauten zur Selbstnutzung der Jahre 2016 bis und mit 2019 analysiert und mit dem Schnitt aller älteren, finanzierten Eigenheimen verglichen. Grafiken und weiterführendere Auswertungen können Sie hier downloaden.

 


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