Zwischenfinanzierung:
Vom alten Haus ins neue

von / 02 Dezember 2022

Wer ein Eigenheim besitzt und in ein neues Zuhause ziehen möchte, stolpert oft über die Herausforderung der Überbrückungsfinanzierung. In vielen Fällen ist das erforderliche Eigenkapital für den Kauf der neuen Immobilie im bestehenden Eigenheim gebunden und verhindert damit den gleichzeitigen Besitz von zwei Immobilien. Umzugswillige sind hier entweder auf den guten Willen ihres Hypothekargebers angewiesen oder müssen zuerst verkaufen und eine Miet-Zwischenlösung ins Auge fassen. Bis das bestehende Eigenheim verkauft ist, hat das Traumobjekt dann aber meist bereits einen anderen Käufer gefunden. Für dieses Dilemma gibt es die Zwischenfinanzierung. Sie erlaubt es vielen Eigentümerinnen und Eigentümern über einen längeren Zeitraum zwei Immobilien zu besitzen und damit in aller Ruhe und zum besten Preis zu verkaufen.

Nehmen wir an, eine Familie mit zwei Kindern möchte von ihrer zu klein gewordenen Wohnung in ein Reiheneinfamilienhaus ziehen. Sie hat ein Neubau-Projekt entdeckt, dass aktuell im Bau ist und in rund einem halben Jahr bezugsbereit sein soll. Das Problem dabei: Die Hausbank sagt, dass sich die Familie das neue Zuhause erst kaufen kann, wenn die Wohnung verkauft ist. Und je länger die Familie mit dem Kauf zuwartet, desto grösser wird die Gefahr, dass ein anderer Käufer ihren Wohntraum zunichte macht.

Immobilisiertes Eigenkapital mobilisieren

In solchen Fällen lohnt es sich, eine Zwischenfinanzierung zu prüfen. Dabei werden die im Haus gebundenen Eigenmittel und allfällig vorhandenes zusätzliches Eigenkapital als Sicherheit zum Kauf des neuen Objektes verwendet. Daraus kann sich eine zwischenzeitliche Überbelehnung der beiden Immobilien oder eine stark erhöhte Tragbarkeit des Käufers aufgrund des temporär erhöhten Finanzierungsbedarfs ergeben. Diese bestehen aber nur so lange, bis die Familie ins neue Reihenhaus
eingezogen ist und die Wohnung einen neuen Käufer gefunden hat. Dann wird die Hypothek vom alten Zuhause entweder dem Käufer übergeben, auf die neue Immobilie übertragen oder aufgelöst, wobei letztere Option bei frühzeitigem Ausstieg eine Kostenfolge haben kann.

Voraussetzungen sind sehr häufig gegeben

Eine Zwischenfinanzierung kommt für sehr viele Eigenheimbesitzerinnen und -besitzer in Frage. Wichtigstes Kriterium ist, dass die neue Immobilie – nach dem Verkauf der alten – nachhaltig finanziell tragbar ist. Allein die Tatsache, dass die Immobilienpreise in den letzten Jahren stark gestiegen sind und damit auch das darin gebundene Eigenkapital, bietet sehr gute Voraussetzungen, dass eine teurere Immobilie gekauft werden kann. Wer zudem bei der bestehenden Immobilie Tragbarkeits- und Belehnungsreserven hat, braucht bei der Zwischenfinanzierung eine kleinere Summe und spart Geld. Sobald die alte Liegenschaft dann verkauft ist, endet die Zwischenfinanzierung und das neue Zuhause wird wiederum mit einer klassischen Hypothek belehnt.

In aller Ruhe und zum besten Preis verkaufen

Der Finanzierungsanbieter lässt sich das höhere Risiko während der Zwischenfinanzierung etwas kosten, sprich die Zinssätze liegen höher als bei einer klassischen Hypothek. Dafür kann man sich beim Verkauf des alten Eigenheims ein oder mehrere Jahre Zeit lassen und hat die Chance auf einen guten Verkaufspreis. Zudem erspart man sich im Vergleich zum Fall, dass man zuerst verkauft und dann erst kauft die Kosten für eine Miet-Zwischenlösung und muss nur einmal umziehen, was nicht nur Familien erfreut.


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