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Zinsprognose Oktober 2017: Auf und Ab an der Zinsfront

02.10.2017 12:49
Zinsprognose Oktober 2017: Auf und Ab an der Zinsfront

Nachdem im August die Zinsen regelrecht dahingeschmolzen sind, ziehen sie im September wieder an. Die 10-jährige Festhypothek steigt um 7 Basispunkte auf durchschnittlich 1.63 Prozent und auch die mittleren Laufzeiten verteuern sich um 3 Basispunkte. Während die Zinsen Achterbahn fahren, sind die Wachstumsaussichten in der Eurozone durchaus stabil. So zeigte sich EZB Chef Draghi denn auch betont positiv was das Inflationsziel anbelangt.

Nach einem kurzen Einknicken der Zinsen im August wendet sich das Zinsblatt im September wieder. Über alle Laufzeiten hinweg zeigt sich ein Aufwärtstrend bei den Festhypotheken. Die 10-jährige Festhypothek steigt um 7 Basispunkte, die 5-jährige Festhypothek um 3 Basispunkte. Damit bewegen sich die Zinsen praktisch wieder auf demselben Niveau wie Ende Juli.

 

Zinsprognose Oktober

Seitwärtsbewegung im Swap-Markt hält an

Auch die Kreditabsicherungskosten bewegen sich auf und ab und erreichen Ende September 2017 wieder ein ähnliches Niveau wie im September 2016. Die Swap-Sätze schwanken teilweise stark, sodass eine klare Tendenz schwer ablesbar ist. Die Volatilität an den Swap-Märkten schlägt sich indes auch im Zinstableau nieder und führt zu teilweise starken Bewegungen bei den Richtzinsen.

Zinsprognose Oktober

Auch die Zinskurve ist auf Berg- und Talfahrt

Nachdem sich die Zinskurve im Juli nach oben verschoben hat, folgte im August der Abstieg. Dieser wird im September nun wiederum nivelliert. Die Zinskurve befindet sich somit praktisch wieder auf demselben Niveau wie Ende Juli.

Zinsprognose Oktober

Die durchschnittlichen Hypotheken Referenzzinsen liegen per 25.09.2017 bei folgenden Ständen:

Hypothekarprodukt Durchschnittlicher Richtzins Delta zum Vormonat in bps
Libor-Hypotheken 1.05%  – 3
2-jährige Festhypotheken 1.20% + 4
5-jährige Festhypotheken 1.32%  + 3
10-jährige Festhypotheken 1.63% + 7

Prognose: Volatilität am Zinsmarkt hält an

Der Zinsmarkt zeigt sich weiterhin unbeständig. Die durchschnittlichen Richtzinsen steigen und sinken teilweise im Wochentakt und auch der Swap-Markt zeigt sich unbeständig. Trotz der hohen Volatilität gehen die Experten von MoneyPark bis Ende Jahr von leicht steigenden Zinsen aus. Insbesondere eine Abkehr vom Anleihenaufkaufprogramm könnte dem Euro neuen Schub verleihen und auch die Anleihen- und Zinsmärkte bewegen.Zinsprognose Oktober

Für 10-jährige Festhypotheken rechnen die Experten von MoneyPark mit Richtzinsen zwischen 1.66 und 1.88 Prozent in den kommenden 12 Monaten, bei einem derzeitigen Stand von 1.63 Prozent.

Hypothekarprodukt Durchschnittlicher Richtzins 3M

Zinsband

(Durchschnitte)

6M

Zinsband

(Durchschnitte)

12M

Zinsband

(Durchschnitte)

Libor-Hypotheken 1.05% 1.09% – 1.21% 1.10% – 1.23% 1.11% – 1.24%
2-jährige Festhypothek 1.20% 1.15% – 1.24% 1.15% – 1.26% 1.16% – 1.28%
5-jährige Festhypothek 1.32% 1.26% – 1.37% 1.26% – 1.38% 1.27% – 1.39%
10-jährige Festhypothek 1.63% 1.64% – 1.76% 1.64% – 1.82% 1.66% – 1.88%

Wann kündigt die EZB die Abkehr vom Anleihenaufkaufprogramm an?

Vor dem Währungs- und Wirtschaftsausschuss des Europäischen Parlaments zeigte sich EZB-Chef Draghi am vergangenen Montag betont optimistisch. Nachdem das Inflationsziel im Juni und Juli hinter den Erwartungen zurückgeblieben war, steigt die Teuerung in der Euro-Zone im August leicht an und erreicht 1.5 Prozent. Das Inflationsziel von 2 Prozent ist damit zwar noch nicht erreicht, scheint aber in greifbarer Nähe.

Zinsprognose Oktober

Die anziehende Teuerung in der Euro-Zone gepaart mit durchaus intakten Wachstumsprognosen macht eine Abkehr vom Anleihenaufkaufprogramm der EZB per Ende Jahr durchaus wahrscheinlich. Der umstrittene Kauf von Staatsanleihen in Höhe von 60 Milliarden Franken monatlich soll an der EZB-Sitzung im Oktober beraten werden. Dies wohl auch vor der jüngsten Ankündigung des Fed, die Bilanz von mehr als 4 Milliarden Dollar allmählich abbauen zu wollen. Wie genau ein solcher Abbau vonstattengehen soll, ist indes unklar. Ein Verkauf der Papiere könnte ungewollte Kursschwankungen auf den Anleihenmärkten auslösen, sodass ein Abbau über auslaufende Papiere, die nicht ersetzt werden, momentan wahrscheinlicher ist. Folgt die EZB dem US-Vorbild, sind Auswirkungen auf die SNB ebenfalls nicht auszuschliessen. Gemäss deutscher Finanzagentur gehört die Schweizerische Nationalbank nämlich zu den grössten Gläubigern von Euro-Staatsanleihen – das Portfolio beläuft sich auf rund 300 Milliarden Euro. Kursschwankungen könnten also auch die Bilanz der SNB bewegen.

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