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Zinsprognose Dezember 2017: Abkühlung am Zinsmarkt hält an

04.12.2017 9:55
Zinsprognose Dezember 2017: Abkühlung am Zinsmarkt hält an

Im November sinken die Hypothekarzinsen über alle Laufzeiten hinweg. Besonders stark gibt die Libor-Hypothek nach – innerhalb eines Monats verliert sie 7 Basispunkte. Mit einem Abschlag von jeweils 5 Basispunkten werden die mittleren und langen Laufzeiten von 5 und 10 Jahren ebenfalls nochmals attraktiver. Eine gute Chance also, sich die günstigen Konditionen noch dieses Jahr zu sichern.

Der Zinsmarkt zeigt sich im zweitletzten Monat des Jahres nochmals nachgiebig. Die Abkühlung auf dem Zinsmarkt, die bereits im Oktober begonnen hat, setzt sich fort und verschafft Hypothekarnehmern nochmals attraktivere Konditionen.

Zinsprognose

Datengrundlage: Richtzinsen von über 60 Banken und Versicherungen im Durchschnitt. Stand: 27.11.2017.

Der Libor ist auf dem absteigenden Ast

Im Vergleich zum Vormonat verliert der 3-Monats Liborzins 2 Basispunkte. Angesichts der ansonsten sehr stabilen Seitwärtsbewegung des Libors erstaunt dieser Absturz etwas. Dazu beigetragen haben könnten die Diskussionen rund um die Abkehr vom Libor als Referenzzins. Der Skandal um die Libor-Manipulationen 2012 hat dem Referenzzinssatz ordentlich zugesetzt, sodass ein Ausstieg aus dem Libor spätestens 2022 geplant ist. Als Alternative steht in der Schweiz der Saron (Swiss Average Rate Overnight) bereit, der auf tatsächlich durchgeführten Transkationen und nicht bloss auf gemeldeten Zinssätzen beruht. Die Manipulationsgefahr wird so zwar gemindert, als Tageszinssatz ist der Saron jedoch anfällig für Schwankungen. Wie die Umrechnung von einem Tagessatz auf einen 3- oder 6- Monatszinssatz aussehen soll, bzw. wie bestehende Libor-Hypotheken umgerechnet werden können, ist ebenfalls noch offen.

Zinsprognose

Quelle: Thomson Reuters Datastream

Abwärtsrutsch auch bei der Zinskurve

Per Ende November liegt die Zinskurve nochmals leicht unter dem Vormonatsniveau. Schon im Oktober hatte sich die Zinskurve nach unten verschoben, liegt aber aktuell dennoch höher als im Vergleich zum Vorjahresmonat. Trotz der guten Konjunkturaussichten in Europa und der Schweiz vermag die Zinskurve derzeit aber noch nicht anzuziehen.

ZinsprognoseQuelle: Thomson Reuters Datastream

Die durchschnittlichen Hypotheken Referenzzinsen liegen per 27.11.2017 bei folgenden Ständen:

Hypothekarprodukt Durchschnittlicher Richtzins Delta zum Vormonat in bps
Libor-Hypotheken 0.98%  – 7
2-jährige Festhypotheken 1.11% – 3
5-jährige Festhypotheken 1.25%  – 5
10-jährige Festhypotheken 1.56% – 5

Zinsprognose

Prognose: Per Ende Jahr ist mit einem leichten Anstieg zu rechnen

Auch wenn derzeit der Abwärtstrend am Zinsmarkt anhält, rechnen die Experten von MoneyPark im letzten Monat des Jahres nochmals mit leicht steigenden Zinsen. Aufgrund der Abkühlung im Zinstableau werden indes die Erwartungen gerade bei 10-jährigen Hypotheken etwas nach unten korrigiert. Per Ende Jahr ist somit mit einem Zinssatz zwischen 1.60 und 1.79 Prozent zu rechnen.

Zinsprognose

Datengrundlage: Richtzinsen von über 60 Banken und Versicherungen im Durchschnitt. Stand: 27.11.2017.

Hypothekarprodukt Durchschnittlicher Richtzins 3M Zinsband (Durchschnitte) 6M Zinsband (Durchschnitte) 12M Zinsband (Durchschnitte)
Libor-Hypotheken 0.98% 1.05% – 1.22% 1.05% – 1.23% 1.09% – 1.25%
2-jährige Festhypothek 1.11% 1.14% – 1.25% 1.15% – 1.27% 1.16% – 1.29%
5-jährige Festhypothek 1.25% 1.26% – 1.38% 1.27% – 1.39% 1.28% – 1.40%
10-jährige Festhypothek 1.56% 1.60% – 1.79% 1.63% – 1.82% 1.66% – 1.88%

Datengrundlage: Richtzinsen von über 60 Banken und Versicherungen im Durchschnitt. Stand: 25.09.2017.

Die Erholung des Euros schreitet weiter voran

Nach dem Einknicken des Euros aufgrund der Ankündigung der EZB, das Anleiheaufkaufprogramm per Ende Jahr zu reduzieren, hat sich der Euro im Vergleich zum Franken wieder erholt und setzt den starken Aufwärtstrend fort. Die guten Konjunkturaussichten stärken den Euro, was nicht zuletzt auch der SNB Grund zur Hoffnung gibt, in Zukunft weniger ausländische Anleihen aufkaufen zu müssen.

Zinsprognose

Quelle: Thomson Reuters Datastream

Auch die Bauwirtschaft boomt

Nach einem durchzogenen Jahr 2016 zeigt sich die Bauwirtschaft in der Schweiz belebt. Zwar schwächelt in der Schweiz aufgrund der rückläufigen Migration der Wohnungsbau, jedoch werden in den kommenden Jahren Investitionen in Infrastrukturprojekte, die besonders den Tiefbau beflügeln, erwartet. Gemäss Konjunkturforschungsstelle KOF dürfte sich die Wachstumsrate der gesamten Bauinvestitionen in diesem Jahr auf voraussichtlich 1.6 Prozent belaufen. Für 2018 wird eine Zunahme um 2.5 Prozent prognostiziert.

Auch in der Eurozone zeigt sich die Bauwirtschaft in Feierlaune. In allen 19 Mitgliedsländern der EU nimmt die Baunachfrage 2017 zu. Nicht nur die anziehende Wirtschaft, sondern auch die tiefen Zinsen treiben die Nachfrage nach Baugütern an. Gute Zeichen also auch für den Immobilienmarkt, selbst bei leicht anziehenden Zinsen.

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