MoneyPark - Ihre Hypothek

Zinsentscheid – EZB halbiert das umstrittene Anleiheaufkaufprogramm

26.10.2017 3:19
Zinsentscheid – EZB halbiert das umstrittene Anleiheaufkaufprogramm

An der heutigen Zinssitzung in Frankfurt stellte Präsident Mario Draghi die Weichen für eine zögerliche Eindämmung der expansiven Geldpolitik. Der Entscheid des EZB-Rats wurde im Vorfeld mit Spannung erwartet. Konkret hat der EZB-Rat an seiner heutigen Sitzung beschlossen, das Anleihekaufprogramm ab Januar zu drosseln. Der Leitzins bleibt erwartungsgemäss bei 0 Prozent.

Heute Donnerstag läutet Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) eine vorsichtige Abkehr der ultralockeren Geldpolitik ein. Fünf Jahre nach der Euro-Rettung und zehn Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise wagt sich die EZB erstmals zögerlich in Richtung einer Normalisierung der Geldpolitik. Bereits vor der Sitzung am Donnerstag war klar, dass eine Abkehr von den Anleiheaufkäufen äusserst vorsichtig vonstattengehen würde. Ab Januar 2018 werden die Währungshüter monatlich Staatsanleihen und andere Wertpapiere für 30 Milliarden Euro kaufen und damit das Anleiheaufkaufprogramm halbieren. Vorgesehen ist die abgespeckte Version bis mindestens September 2018 – eine erneute Ausweitung bleibt aber ausdrücklich vorbehalten.

Börse leicht im Plus

Mit dem zögerlichen Schritt sollen allzu starke Reaktionen an den Finanzmärkten möglichst verhindert werden. Der Euro Stoxx bewegt sich leicht nach oben auf über 3600 Punkte und auch der DAX knackt die 13‘000 Punkte Grenze und kann ein Plus von rund 0.5 Prozent im Vergleich zum Vortag vorweisen.

EZB

Euro gibt nach

Die Ankündigungen der Währungshüter lassen den Euro wieder leicht abfallen im Vergleich zum nach wie vor starken Franken. Hatte der Euro in den vergangenen Wochen die 1.17 Grenze geknackt, rutscht er wieder auf 1.167 Franken.

EZB

Das Absacken des Euros ist indes eher als kurzfristige Reaktion der Märkte zu sehen und nicht als erneute und andauernde Schwäche-Phase des Euros. Zu gut sind die wirtschaftlichen Aussichten im EU-Raum, als dass es einen dauerhaften Einbruch des Euro-Kurses rechtfertigen würde. Und auch die Inflation wagt ein gemächliches Comeback. Zwar ist das von der EZB gesetzte 2 Prozent-Ziel noch nicht erreicht, doch die gute Binnennachfrage und die positive Konsumenten und Einkaufsmanager-Stimmung beflügeln die Wachstumsaussichten in der Euro-Zone und lassen die Teuerung tendenziell eher ansteigen.

EZB

Am Leitzins wird nicht gerüttelt

Der Leitzins bleibt erwartungsgemäss bei 0 Prozent. Damit bleiben die Leitzinsen in der Euro-Zone auf einem Rekordtief. Eine Abkehr von der Null-Zinspolitik scheint trotz stabiler Wirtschaftsaussichten momentan noch nicht realistisch und wird voraussichtlich frühestens Ende 2018 zur Diskussion stehen.

Was bedeutet das für die SNB?

Die SNB bleibt trotz der leichten Korrektur bei der expansiven Geldpolitik nach wie vor im Zinskorsett der europäischen Währungshüter gefangen. Die Leitzinsen in der Schweiz dürften also weiterhin im negativen Bereich rangieren. Für Investoren und institutionelle Anleger geht die Suche nach möglichst risikolosen Anlagen mit positiven Renditen weiter. Denn an den Schweizerischen Obligationenmärkten dürfte die Eindämmung des Anleiheaufkaufprogramms kaum bleibenden Eindruck hinterlassen. Wo Anleger gute Renditaussichten haben lesen Sie in unserem Investment Ausblick.

Was Anleger grämt, freut die Hypothekarnehmer in der Schweiz. Sie dürfen sich auch weiterhin über ultragünstige Finanzierungsmöglichkeiten für den Eigenheimkauf freuen. Derzeit liegen die Hypothekarzinsen für 10-jährige Festhypotheken bei tiefen 1.6 Prozent.

(Visited 184 times, 1 visits today)

Verwandte Artikel

Jetzt den monatlichen MoneyPark Newsletter erhalten: