Saron- oder Festhypothek – was tun?

von / 24 Januar 2023
MoneyPark Ratgeber - Immobilien und Hypotheken

Saron-Hypotheken sind im letzten Halbjahr zum beliebtesten Hypothekarprodukt avanciert. Im Spätsommer 2022 hat sich fast jeder zweite Hypothekarnehmer bei uns für eine Saron-Hypothek entschieden.

Wichtig ist, dass sich die Hypothekarnehmer bewusst sind, dass sie sich mit einer Geldmarkthypothek gerade im aktuellen Umfeld einem grossen Zinsänderungsrisiko aussetzen. Sie müssen finanziell so gut aufgestellt sein, dass sie sich Zinsaufschläge oder Sonderamortisationen leisten können und dies am besten ohne schlaflose Nächte. Nach wie vor empfehlen wir Saron-Hypotheken nur risikofähigen und -bereiten Personen oder solchen, die mit dem Gedanken spielen, ihre Immobilie zu verkaufen oder ein Erbe erwarten und rasch amortisieren möchten.

Zinsdifferenz hat sich normalisiert

Die Zinsdifferenz zu einer zehnjährigen Festhypothek hat sich seit September schon fast wieder halbiert. Für rund einen Prozent Aufschlag erhält man zehn Jahre Budgetsicherheit. Bis zur Einführung der Negativzinsen 2015 war das normal, danach gewöhnten wir uns an eine Differenz von 0.3 Prozentpunkten, was die heutigen Festhypotheken teuer erscheinen lässt. Es kann gut sein, dass die aktuelle Differenz im Laufe des Jahres noch kleiner wird. Dann aber wohl nicht wegen stark sinkenden Zinsen bei den Festhypotheken wie 2015, sondern aufgrund weiterer Leitzinserhöhungen, die Saron-Hypotheken verteuern wie zuletzt im Dezember 2022.

Nachfrage nach Saron-Hypotheken hat wieder abgenommen

2022 kann man als Saron-Jahr bezeichnen. Lag ihr Anteil am vermittelten Hypothekarvolumen bei uns über Jahre bei rund fünf Prozent, waren es im abgelaufenen Jahr 2022 rund 30 Prozent. Seit dem Höhepunkt im Spätsommer hat die Nachfrage wieder nachgelassen, was eben daran liegt, dass Festhypotheken wieder günstiger und Saron-Hypotheken teurer geworden sind. Sobald sich die bestehenden Hypothekarnehmer an das neue Zinsniveau gewöhnt haben, sollten sie prüfen, ob im aktuellen Zinsumfeld ein Wechsel in eine Festhypothek allenfalls die nachhaltigere finanzielle Lösung wäre.

Saron-Marge wurde teilweise erhöht

Kommt hinzu, dass einige Anbieter die Aufhebung der Negativzinsen im September 2022 zum Anlass genommen haben, ihre Marge zu erhöhen. Sollte die Nachfrage nach Geldmarkthypotheken weiterhin überdurchschnittlich hoch bleiben, dürften weitere Finanzierungsanbieter versucht sein, die Marge auszuweiten. Achten Sie deshalb nicht nur auf den variablen Zinssatz Saron sondern unbedingt auch auf die im Vertrag fixierte Marge und eine allfällige Mindestlaufzeit. Ein Wechsel in eine Festhypothek ist grundsätzlich auch während der Vertragslaufzeit möglich, allerdings sind Sie dann oftmals an den Anbieter gebunden.


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