MoneyPark - Ihre Hypothek

Q2 Investment Ausblick Europa

13.04.2017 4:30
Q2 Investment Ausblick Europa

Die Augen der Investoren richten sich derzeit auf Frankreich: Keiner der vier Kandidaten wird den ersten Wahlgang am 23. April wohl eindeutig für sich entscheiden können. Die Chancen, dass die rechtsnationale Kandidatin Le Pen aber zumindest die zweite Wahlrunde erreicht, sind durchaus intakt. Bis anhin jedoch geben sich die Märkte in Europa trotz dieses Risikoszenarios betont gelassen. Eine Gelassenheit die bei einem, zwar unwahrscheinlichen aber wie aus der Vergangenheit gelernt, nicht unmöglichen Wahlsiegs Le Pens jäh zu Ende sein könnte. Das Risiko eines, zumindest teilweisen, Auseinanderfallens der Eurozone müsste von den Märkten eingepreist werden mit absehbar negativen Folgen für den Schweizer Franken und die Nationalbank.

Die meisten Umfragen sehen derzeit den parteilosen Kandidaten Macron vorne. Zwar ist auch Macron kein Garant für ein starkes Europa und verfügt über keine Mehrheit in den Kammern, dennoch dürfte sein Sieg den europäischen Märkten Aufwind geben. Der Euro Stoxx 600 ist zwar akzeptabel ins laufende Jahr gestartet und hat um 4.45 Prozent zugelegt, zeigt aber in den letzten Wochen eher eine Seitwärtstendenz.

Market Watch

Quelle: Datastream Thomson Reuters

Europa kommt langsam in die Gänge

Anders als der Euro Stoxx 600 zeigt der Euro Stoxx 50 weitaus mehr Dynamik und lässt eher einen Aufwärtstrend vermuten. Ob es sich dabei tatsächlich um den frühzyklischen Beginn eines nachhaltigen Wachstums handelt, muss sich jedoch noch zeigen.

Market Watch

Quelle: Datastream Thomson Reuters

Grund zur Hoffnung geben insbesondere die Wirtschaftsdaten der EU-Länder. Selbst Staaten wie Portugal konnten zulegen und laut EU-Prognosen wird selbst für Griechenland dieses Jahr ein positives Wirtschaftswachstum erwartet. Der Einkaufmanagerindex ist mit über 55 Punkten denn auch klar in der Wachstumszone.

Market Watch

Quelle: Datastream Thomson Reuters

Auch die sich aufhellende Konsumentenstimmung lässt hoffen. In Frankreich steigt die Konsumentenstimmung mit fast 100 Punkten auf den höchsten Wert seit der Finanzkrise. Ob die Ferienstimmung anhält, werden die Wahlen am 23. April und insbesondere die Stichwahl am 7. Mai 2017 zeigen.

Italien bleibt das Sorgenkind der EU

Italien bleibt, neben Dauerpatient, aber ökonomischem Leichtgewicht Griechenland, als schwächstes Glied in der Kette ausschlaggebend für die Geldpolitik der EZB  – auch im laufenden Jahr dürfte sich daran wenig ändern, werden doch längst notwendige strukturelle Reformen chronisch aufgeschoben. Neben der hohen Verschuldung des italienischen Staates bremst diese politische Reformschläfrigkeit die Erholung der italienischen Wirtschaft und schwächt den Euro.

Seit Sommer 2016 steigen die Risikoprämien für italienische Staatsanleihen und die Zinsschere zwischen deutschen und italienischen Staatsanleihen weitet sich, was die Geldpolitik der EZB zunehmend vor ein Dilemma stellt. Längst drängen die Deutschen auf eine Zügelung der Geldpolitik während die EZB ihre Politik an den schwächelnden Italiener ausrichten muss. Offensichtlich vertrauen denn auch die Investoren spanische Anleihen mittlerweile mehr als den italienischen und verlangen eine geringere Risikoprämie. Ein Grund ist die seit mehreren Quartalen sinkende Arbeitslosigkeit in Spanien. Zwar ist diese mit 18.6 Prozent nach wie vor hoch, doch zeigt sich zunehmend eine Entspannung auf dem Arbeitsmarkt.

Market Watch

Während eine Wahl Le Pens die Zinsunterschiede wohl eher in die Höhe treiben dürfte, könnte die Wahl des parteilosen Macron für eine zumindest zeitweise Beruhigung sorgen und sich positiv auf die Zinsspreads auswirken. Dies würde zumindest perspektivisch auch eine Abkehr von den Anleihenkäufen der EZB ermöglichen. Aus Sicht der SNB ein wünschenswertes Szenario, auch wenn die SNB im laufenden Jahr kaum Spielraum haben wird, die Zinsen anzuheben und in den positiven Bereich zu lüpfen. Lesen Sie dazu auch unsere Einschätzung zur Geldpolitik.

Wie weiter mit dem Brexit?

Eine grosse Unbekannte in Europa bleiben die Verhandlungen rund um den Brexit. Die Märkte zeigen sich zwar betont entspannt und optimistisch. Seit Anfang Jahr ist der Volatilitätsindex VSTOXX um mehr als 12 Prozent gesunken. Weder die Wahlen in Frankreich noch der Startschuss zu den Austrittsverhandlungen vermochten die Volatilität an den europäischen Märkten zu erhöhen.

2017-04-13-mw8

Quelle: Datastream Thomson Reuters

Weiterhin ist der Optimismus der Engländer ungebrochen. Zwar sinkt der Einkaufsmanagerindex leicht von seinem Höchststand im Dezember von 56 Punkten auf 54.6, rangiert damit aber nach wie vor eindeutig in der Wachstumszone. Kurzfristig zumindest hat das Brexit-Votum den Briten noch nicht geschadet. Die Abwertung des britischen Pfunds hat die Exporte beflügelt  – alleine im Januar 2017 haben die Briten Güter im Wert von mehr als 28 Mrd. Pfund exportiert. Und auch der FTSE zeigt sich im Aufwärtstrend und startet mit einem Plus von gut 3 Prozent ins erste Quartal 2017.

Market Watch

Quelle: Datastream Thomson Reuters

Fazit: ETFs auf europäische Aktienindizes versprechen interessante Anlagechancen im kommenden Quartal. Wer keine Angst vor Risiken hat, sollte auch einen Blick auf Grossbritannien werfen.

screenshot

(Visited 161 times, 1 visits today)

Verwandte Artikel

Jetzt den monatlichen MoneyPark Newsletter erhalten:

MoneyPark AG der grösste unabhängige Hypothekarvermittler der Schweiz. hat 4,27 von 5 Sternen 87 Bewertungen auf ProvenExpert.com