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Good bye Libor – der Saron kommt

und 07.11.2018 2:10
Good bye Libor – der Saron kommt

Ab dem 31. Dezember 2021 wird der Libor nicht länger von der britischen Finanzaufsicht FCA unterstützt. Ende Oktober hat nun die Nationale Arbeitsgruppe (NAG) für Referenzzinssätze der SNB die nächsten Schritte zur Ablösung des umstrittenen Libor konkretisiert. Sie empfiehlt den Finanzinstituten, ab sofort Produkte auf Basis des Saron, dem künftigen Schweizerischen Referenzzins, zu entwickeln. Bis zur endgültigen Ablösung des Labors wird die NAG bis Februar 2019 konkrete Modelle zur Berechnung der 3- und 6-monatigen Saron-Laufzeiten vorstellen.

Bereits im Juli 2017 informierten wir ausführlich darüber, welche Auswirkungen die damals überraschend angekündigte Abschaffung des Libors per Ende 2021 in Bezug auf die Gewährung von Libor-Hypotheken haben wird. Im August 2018 berichteten wir zuletzt, wie sich die Situation innert Jahresfrist entwickelte. Sicher ist, dass in der Schweiz der bereits 2009 eingeführte Saron als künftiger Referenzzinssatz gelten wird.

Saron vs. Libor: Worin unterscheiden sie sich?

Anders als beim Libor wird der Preis des Saron über eine Plattform bei der Schweizer Börse ermittelt. Ausserdem basiert er auf tatsächlichen Transaktionen und nicht auf Abmachungen zwischen den Banken. Der Saron ist somit wesentlich transparenter. Seine historische Entwicklung zeigt, dass der Zinssatz kaum vom Libor abweicht.

Good bye Libor

Herausforderung: Bestimmung der 3- und 6-monatigen Geldmarktsätze

Der Zinssatz des Saron wird im Gegensatz zum Libor für einen Tag definiert, was die Bestimmung für drei- und sechsmonatige Laufzeiten zur Herausforderung macht. Nun zeichnet es sich gemäss dem Bericht der NZZ vom 7. November 2018 ab, dass es den Finanzinstituten überlassen werde, welche Methode sie anwenden. Auch sollen sie entscheiden, ob sie die Berechnung des Zinses aufgrund der vergangenen oder der künftigen drei Monate vornehmen. Beim vergangenheitsbezogenen Ansatz weiss der Kunde im Voraus, was er zu zahlen hat. Umgekehrt verhält es sich mit dem zukunftsorientierten Ansatz.

Was heisst das für Schweizer Hypothekarnehmer?

Schon seit einiger Zeit bieten nicht mehr alle Institute den Abschluss einer neuen Geldmarkt-Hypothek auf Basis des Libors an. Als Produkt-Alternative bieten sich kurzfristige Festhypotheken mit Laufzeiten von 2 oder 3 Jahren an.

Verrechnen die Finanzierungsinstitute ähnliche Margen wie bei Libor-basierten Geldmarkt-Hypotheken, dürften die Konditionen für den Hypothekennehmer ähnlich ausfallen wie im jetzigen Umfeld. Wer bereits eine Libor-Hypothek über die vereinbarte Laufzeit hinaus abgeschlossen hat, kann nun auch mit einer juristisch gesicherten Lösung rechnen. Diese stellt sicher, dass Kunden bei der Umstellung fair behandelt werden.

Wie geht es bis zur endgültigen Ablösung des Libors weiter?

Bis zur endgültigen Ablösung des Libors durch den Saron gibt es noch immer offene Fragen. Sie sollen bis zum nächsten Treffen der NAG im Februar abschliessend geklärt werden. Bis dahin will die Arbeitsgruppe mehrere Modelle ausarbeiten, wie der 3- resp. 6-Monats-Zinssatz definiert werden könnte. Damit ist die Schweiz anderen Währungsräumen einen Schritt voraus: die USA, die Eurozone, Grossbritannien und Japan müssen ebenfalls einen Libor-Nachfolger finden. Vielerorts sind die künftigen Standards jedoch noch offen.

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