Finanzierungs- und Immobilien Update H2 2021: Zehnjährige Laufzeit so beliebt wie noch nie – Einfamilienhauspreise steigen erneut stark

von / 03 Februar 2022
FIMU

Mit einem Anteil von 62 Prozent am vermittelten Volumen im zweiten Halbjahr 2021 war die zehnjährige Festhypothek so beliebt wie noch nie. Während Pensionskassen Federn lassen mussten (-32%), legten Banken (+6%) und Versicherungen (+14%) bei den Anteilen am vermittelten Volumen zu. Banken haben mit 71 Prozent einen Höchstwert erreicht. In der Romandie ging gar drei Viertel (75%) des vermittelten Volumens an Banken. Die Preise für Einfamilienhäuser stiegen im zweiten Halbjahr 2021 in der Schweiz um 2.25 Prozentpunkte – in der Deutschschweiz betrug der Preisanstieg sogar 2.34 Prozentpunkte. Die durchschnittliche Rendite für Wohnungen in Schweizer Gemeinden liegt bei 2.9 Prozent.

Das Proptech-Unternehmen PriceHubble und der Hypothekar- und Immobilienspezialist MoneyPark ermöglichen mit dem Finanzierungs- und Immobilien Update FIMU eine regelmässige und effiziente Markteinschätzung. Immobilienindizes nach Objekttyp und Regionen sowie Marktdaten zum Finanzierungsmarkt ergänzen sich in dieser Publikation.

Wahl des Hypothekarprodukt

Wahl des Hypothekarprodukts
1. Juli 2021 bis 31. Dezember 2021

Zehnjährige Festhypothek so beliebt wie noch nie
Mit einem Anteil von 62 Prozent am vermittelten Volumen im zweiten Halbjahr 2021 war die zehnjährige Festhypothek so beliebt wie noch nie. Sowohl in der Deutschschweiz als auch in der Westschweiz stellen 57 Prozent resp. 66 Prozent Höchstwerte dar. Dabei fällt auf, dass in der Westschweiz drei Viertel des abgeschlossenen Volumens für zehn Jahre oder länger fixiert wird. Dies dürfte mit prognostizierten Zinsanstiegen und mit immer flexibler werdenden Ausstiegsbedingungen zusammenhängen.

Veraenderung Wahl des Hypothekarprodukts

Sehr lange Laufzeiten sind im Vergleich zu teuer
Wie schon im ersten Halbjahr 2021 wurden auch im zweiten weniger Laufzeiten von mehr als zehn Jahren abgeschlossen. Vor einem Jahr wurde noch 20 Prozent des Volumens für 11 Jahre und länger fixiert. Diese Entwicklung dürfte nicht zuletzt mit den im Verhältnis zu den Angeboten der zehnjährigen Festhypothek deutlich teureren Zinskonditionen zusammenhängen. Zulauf erhielten diesmal aber nicht die kurz- und mittelfristigen Laufzeiten sondern die sonst schon beliebte zehnjährige Laufzeit.

Wahl des Hypothekaranbieters

Wahl des Hypothekaranbieters
1. Juli 2021 bis 31. Dezember 2021

Banken legen schweizweit, Versicherungen insbesondere in der Deutschschweiz zu
Banken haben mit 71 Prozent Anteil am schweizweit vermittelten Volumen einen Höchstwert erreicht. In der Romandie ging gar drei Viertel (75%) des vermittelten Volumens an Banken. Das liegt nicht zuletzt daran, dass immer mehr Kantonal- und Regionalbanken ihre Produkte auch über Hypothekarvermittler und damit in weiten Teilen der Schweiz anbieten. Dies gilt auch für Versicherungen, während sich einige Pensionskassen im zweiten Halbjahr bei der Vergabe zurückgehalten haben.

Veraenderung Wahl des Hypothekaranbieters

Pensionskassen müssen Federn lassen
Man könnte meinen, dass mit dem vermehrten Abschluss von zehnjährigen Festhypotheken die Pensionskassen überdurchschnittlich profitieren, sind sie doch im ersten Halbjahr 2021 insbesondere mit diesem Produkt stark
gewachsen. Im zweiten Halbjahr kamen nun aber vermehrt Banken und Versicherungen mit attraktiven Konditionen zum Zug, so dass diese ihre Anteile um sechs resp. 14 Prozent ausbauen konnten, während Pensionskassen rund einen Drittel eingebüsst haben.

Massives Einsparpotenzial

Gerade wenn die Zinsen kurzfristig rasch ansteigen, wie aktuell oder im vergangenen September, lohnt es sich für Hypothekarnehmende umso mehr, verschiedene Hypothekaranbieter miteinander zu vergleichen. Die Top-Konditionen blieben auch im zweiten Halbjahr 2021 sehr attraktiv. So konnten Kundinnen und Kunden nach Verhandlungen durch MoneyPark eine zehnjährige Laufzeit im Durchschnitt zu deutlich unter einem Prozent abschliessen, wenn sie eine Pensionskasse oder Versicherung als Hypothekaranbieter ausgewählt haben. Dies erklärt die grosse Beliebtheit der zehnjährigen Laufzeit. Gerade bei Versicherungen konnten Kundinnen und Kunden in der Deutschschweiz im Vergleich zum ersten Halbjahr durchschnittlich acht Basispunkte günstiger abschliessen, was deren Zuwachs beim vermittelten Volumen widerspiegelt.

abgeschlossene Zinssaetze 2 HJ 2021

PriceHubble Immobilienpreisindizes

Preise Schweiz EFH ETW
Entwicklung der Immobilienpreise für Wohnungen (blau) und Einfamilienhäuser (grau)

Preise stark gestiegen
Die Kaufpreise für Wohnungen und Einfamilienhäuser in der Schweiz sind seit dem 30. Juni 2021 weiter stark gestiegen. Bei Eigentumswohnungen stiegen die Kaufpreise im letzten Halbjahr um 1.86 Prozentpunkte, währenddem die Preise
für Einfamilienhäuser um 2.25 Prozentpunkte stiegen.

Preise EFH
Entwicklung Häuserpreise Deutschschweiz (blau) und Westschweiz (grau)

Schweizweit starker Anstieg von Preisen für Einfamilienhäuser
Ein klares Bild zeigen auch die Kaufpreise bei Einfamilienhäusern. In der Romandie stiegen die Preise im letzten halben Jahr um 2.00 Prozentpunkte. In der Deutschschweiz sind die Preise sogar um 2.34 Prozentpunkte gestiegen.

Preise ETW
Entwicklung Wohnungspreise Deutschschweiz (blau) und Westschweiz (grau)

Wohnungspreise verzeichnen schweizweit starkes Wachstum
Die Preise von Eigentumswohnungen stiegen seit dem 30. Juni 2021 ebenfalls stark. In der Westschweiz stiegen die Wohnungspreise um 1.50 Prozentpunkte. Im gleichen Zeitraum stiegen die Preise für Eigentumswohnungen in
der Deutschschweiz sogar um 1.93 Prozentpunkte.

Renditen und Amortisationsdauer für Wohnungen in Schweizer Gemeinden

Rendite Wohnungen Schweiz

Mittlere Renditen in den Schweizer Gemeinden für Wohnungen variieren zwischen 1.88% und 3.84% (99%- und 1%-Quantile), was Amortisationsdauern zwischen 26 und 53 Jahren entspricht. Der Spitzenwert liegt bei 4.58% (Gemeinde Trient) und der niedrigste Wert bei 1.56% (Gemeinde Sils im Engadin).
Die mittlere Rendite über alle Gemeinden liegt bei 2.90% und hat sich entsprechend auch im zweiten Halbjahr 2021 kaum verändert (H1 2021: 2.96%). Auf Ebene der Kantone beobachten wir mit unter 2.38% die geringsten Renditen in Zug, Basel-Stadt und Graubünden. Die höchsten Renditen sehen wir wie im letzten Halbjahr mit über 3.18% in den Kantonen Jura, Neuchâtel und Solothurn.

Hier können Sie die Analyse als PDF downloaden.