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EZB reduziert den Leitzins (noch) nicht

25.07.2019 1:52
EZB reduziert den Leitzins (noch) nicht

Die Europäische Zentralbank (EZB) beschloss an ihrer heutigen Sitzung, den Leitzins vorerst unverändert bei null Prozent zu belassen. Angekündigt wurde jedoch die Prüfung weiterer geldpolitischer Lockerungen, die eine Erhöhung der Inflation ermöglichen. Deshalb gehen die meisten Experten von einer Zinssenkung per September 2019 aus.


Update nach Fed-Zinsentscheid vom 31. Juli 2019: Fed beschliesst Senkung des Leitzinses um 0.25%


Mario Draghi, Präsident der EZB, informierte heute über die Entscheide der EZB-Ratssitzung, welche wenig überraschend ausfielen. Längst waren sich Ökonomen und Analysten einig, dass die EZB aufgrund der schlechten Weltwirtschaftslage die Geldschleusen weiter öffnen wird. Nun ist klar: Der Leitzins von derzeit null Prozent wird vorerst nicht gesenkt, die Prognose jedoch um ein gewichtiges Wort ergänzt. Wurde bisher von einem unveränderten Zinssatz bis Frühling 2020 gesprochen, geht die EZB nun davon aus, dass die Leitzinsen mindestens bis zur ersten Jahreshälfte 2020 auf ihrem gegenwärtigen oder niedrigeren Niveau bleiben. Damit deutet der EZB-Rat eine Zinssenkung diesen September an, sollte sich die Situation weiter verschärfen.

Auch den sogenannten Einlagensatz beliess die EZB auf dem bisherigen Niveau von minus 0.4 Prozent. Damit müssen Banken weiterhin Strafzinsen zahlen, wenn sie bei der EZB überschüssige Gelder parken.

Die EZB hat ausserdem ihre Ausschüsse beauftragt, Optionen zu prüfen, die für eine weitere Expansion der Geldpolitik sorgen, darunter Staffelzinsen sowie die Wiederaufnahme des Anleihenkaufprogramms. Eine Abkehr von der ultra-lockeren Geldpolitik rückt damit in immer weitere Ferne.

Fed steht vor Zinssenkung

Die US-Notenbank Fed tagt ebenfalls nächsten Mittwoch, 31. Juli. Es scheint beschlossene Sache, dass das Fed dabei die erste Leitzinssenkung seit mehr als zehn Jahren vollziehen wird. Uneinig sind sich die Experten lediglich über die Höhe der Reduktion: Erwartet wird eine Senkung um 0.25 oder sogar 0.50 Prozent. Momentan liegt das Zinsband bei 2.25 bis 2.50 Prozent.

SNB unter Zugzwang

Obwohl die EZB die Leitzinsen vorläufig unverändert belässt: Die SNB gerät weiter unter Druck. Der Schweizer Franken wurde in den vergangenen Wochen immer stärker – mittlerweile wurde die psychologisch wichtige Grenze von 1.10 Franken pro Euro durchbrochen. Spekulationen, nach denen US-Präsident Trump aktive Massnahmen ergreifen könnte, um den Dollar zu schwächen, da er sich an dessen hohem Wert stört, setzen den Franken ebenfalls unter Druck.

Die SNB hat mittels zweier Instrumente die Möglichkeit, den Franken zu schwächen: Sie kann taktisch am Devisenmarkt intervenieren und im grossen Stil Euro einkaufen, oder die Leitzinsen senken. Dass sie aktiv in den Devisenmarkt eingreift, sollte es die Situation erfordern, hat die SNB bereits durchblicken lassen. Aber auch eine Leitzinssenkung im September auf minus ein Prozent scheint angesichts der Umstände nicht mehr ganz so abwegig. Aus Terminkontrakten lässt sich ablesen, dass die Erwartungen für den SNB-Leitzins bereits in Richtung –0.97 Prozent gesunken sind.

Noch lässt sich schwer abschätzen, ob die SNB im Herbst zu einer erneuten Zinssenkung greifen muss. Bereits jetzt hat die Schweiz die weltweit tiefsten Zinsen, und das wirtschaftliche Umfeld benötigt derzeit eigentlich keine geldpolitische Stütze. Denn die makroökonomische Lage in der Schweiz ist, verglichen mit anderen Ländern, ziemlich gut: Die Schweizer Exporte sind im vergangenen Quartal angezogen und sind nahe am Höchststand.

Negative Hypothekarzinsen – bald Realität?

Die Schweizer Hypothekarzinsen kennen seit Monaten nur eine Richtung: nach unten. Die schwachen Weltwirtschaftsprognosen, der ungelöste Handelsstreit zwischen den USA und China sowie die bereits angekündigte und erwartete noch expansivere Geldpolitik der EZB haben dazu beigetragen, dass die Swap-Sätze auch in der Schweiz stark gesunken sind. MoneyPark erwartet bis Ende Jahr noch leicht tiefere Zinsen (siehe «Einschätzung Hypothekarzinsen Juli 2019»), bis sie sich dann jedoch stabilisieren dürften. Negative Hypothekarzinsen, wie sie zurzeit diskutiert werden, sind vorerst keine zu erwarten: So lange Banken keine breitflächigen Negativzinsen auf Spargeldern verlangen, werden die Hypothekarzinsen nicht unter null rutschen. Mehr dazu finden Sie in unserer detaillierten Analyse: «Negative Hypozinsen – Utopie oder bald Realität?».

 

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