Die Wahl der richtigen Hypothek minimiert Risiken

09.12.2013 3:09

Eine kürzlich veröffentlichte Studie von MoneyPark und der Universität St. Gallen bringt neue Erkenntnisse zu Kreditrisiken in der Schweiz.

Die Schweizer Nationalbank (SNB) schätzt, dass bei einem langfristigen Zinssatz von 5% ganze 40% aller neu vergebenen Hypotheken wohl nicht tragbar wären. Von Seiten der Banken heisst es hingegen, dass eine Tragbarkeitsprüfung mit einem angenommenen Zinssatz von 5% die Voraussetzung für eine Hypothek ausreichend erfüllen. MoneyPark hat nun in Zusammenarbeit mit der Universität St. Gallen sowohl Tragbarkeit als auch den Verschuldungsgrad Schweizer Hypotheken in einer Studie untersucht. Die Stichprobe der Studie umfasst 300 Hypothekenanfragen aus dem Jahr 2013.

Mit Bezug auf das Zinsrisiko wurde ein kalkulatorischer Zins von 5% angenommen, um darauf basierend die langfristige Tragbarkeit der Kredite zu untersuchen. Machen die jährlichen Hypothekenkosten einen Drittel oder mehr des Haushaltseinkommens pro Jahr aus, so wir die Tragbarkeit als gering eingestuft. Annahmen betreffend Haushaltseinkommen und Hypothekenkosten haben grossen Einfluss auf den Anteil an riskanten Krediten. Zuerst wurden die Instandhaltungskosten einer Immobilie (1% pro Jahr) zu den kalkulatorischen Zinskosten (5% pro Jahr) hinzuaddiert und dann in ein Verhältnis mit dem Haushaltseinkommen pro Jahr gesetzt. Gemäss dieser Betrachtungsweise sind nur gerade 8% der Hypothekenkredite von geringer Tragbarkeit.

Werden die Amortisationskosten von 1% pro Jahr miteingerechnet (Hypothek zurückzahlen oder nicht? Hier finden Sie alles Wichtige zum Thema Amortisation), sind ganze 23% der Kredite risikobehaftet. Wird nur das feste Einkommen ohne Boni und weitere Kapitaleinkommen berücksichtigt, sind es bereits 31%.

Festhypothek sicherer als variable Hypothek

Sind Haushalte mit geringer Tragbarkeit wirklich stärker von einem Zinsrisiko betroffen? Dies hängt von den Spezifikationen der Hypothek ab. Langfristige Kredite mit festem Zinssatz sorgen dafür, dass Kreditnehmer mit einer Festhypothek, im Gegensatz zu einer variablen Hypothek oder einer LIBOR Hypothek, durch schwankende Zinsen kurz- und mittelfristig keine Nachteile erleiden. Etwa zwei Drittel der Kredite mit geringer Tragbarkeit aus der Stichprobe haben einen festen Zinssatz und eine Laufzeit, welche mehr als fünf Jahre beträgt. Deshalb lässt sich sagen, dass selbst ein starker Anstieg der Zinsen kurz- und mittelfristig die Zahlungsfähigkeit der Kreditnehmer kaum beeinflussen sollte.

Kreditausfälle drohen in der Schweiz hauptsächlich dann, wenn bereits existierende Hypotheken auslaufen und nur zu schlechteren Konditionen refinanziert werden können. Deshalb hat die Laufzeit einer Hypothek wiederum einen Einfluss auf das Risiko von auf Preiskorrekturen basierenden Kreditausfällen.


Risiken im Zusammenhang mit Hypothekenzinsen halten sich in Grenzen

Zusammenfassend kann man sagen, dass weder eine Anpassung der Preise für Immobilien noch ein starkes Ansteigen der Hypothekenzinsen kurz- und mittelfristig zu einem erheblichen Anstieg von Kreditausfällen führen sollte. Dieses Resultat kann man jedoch nicht darauf zurückführen, dass der Anteil der Kredite mit hoher Verschuldung und niedriger Tragbarkeit vernachlässigbar ist, sondern auf die Tatsache, dass der Grossteil der Kredite eine lange Laufzeit und fixe Zinsen beinhaltet. Langfristig jedoch könnte ein andauernder Anstieg der Zinsen oder eine dauerhafte Anpassung der Immobilienpreise trotzdem zu beachtlichen Kreditausfällen führen.

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Quelle: MoneyPark

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MoneyPark AG Der führende unabhängige Hypothekar- und Immobilienspezialist der Schweiz. Anonym hat 4,72 von 5 Sternen 163 Bewertungen auf ProvenExpert.com