Die Solidarmiete bringt weitreichende Pflichten für Mieter

von / 24 Februar 2017
2017 02 21 solidarmiete

Die Solidarmiete ist für junge Paare und Wohngemeinschaften häufig der einzige Weg, sich die Traumwohnung leisten zu können – und ausserdem eine Möglichkeit, der Vereinbarung gemeinsamer Kostenübernahme einen rechtlichen Rahmen zu geben. Allerdings birgt diese Konstellation weitreichende Pflichten für jeden einzelnen Mieter.

Genau wie die Untermiete ist auch die Solidarmiete ein komplexes juristisches Konstrukt, welches hinsichtlich seiner möglichen finanziellen Folgen gerne unterschätzt wird. Von den Solidarmietern unterschreibt vereinfacht gesagt jeder für sich den Mietvertrag, als wäre er der einzige Mieter. Das bedeutet, dass jeder der Solidarmieter gegenüber dem Vermieter für die Zahlung der Gesamtmiete haftet. Bei Wohngemeinschaften (WGs) lassen die Vermieter gerne sämtliche Mitbewohner als Solidarmieter den Mietvertrag unterschreiben – dies erhöht schliesslich die Sicherheit in den Augen des Vermieters. Daher lohnt sich, gerade für WGs, eine detaillierte schriftliche Abmachung bezüglich der Kostenverteilung bei der Zahlung der Miete und der laufenden Kosten. Denn schliesslich darf der Vermieter von jedem Mieter die Gesamtsumme verlangen – und ist zum Aussprechen einer Kündigung berechtigt, falls ein einziger seiner Mieter nicht zahlt. Zwar muss er in diesem Fall eine Mahnung aussprechen und eine Zahlungsfrist einräumen, aber dies trägt selten dazu bei, die Kündigung zu vermeiden. Denn bevor die anderen Mieter die fehlende Summe vorstrecken, suchen sie sich häufig lieber eine neue Wohnung.

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Die Solidarmiete – eine scheinbar einfache Lösung, die viele Fallstricke beinhaltet

Heikel ist die Solidarhaftung vor allem im Falle einer bei WGs häufig auftretenden Konstellation: Dann nämlich, wenn mal wieder ein Mitbewohner ausgetauscht werden soll, und der Einfachheit halber (oder vielfach aus Angst, die Wohnung aufgrund häufiger Mieterwechsel zu verlieren) der bestehende Solidarmieter im Mietvertrag festgeschrieben bleibt, aber unbürokratisch durch seinen Nachfolger ersetzt wird, welcher dann dessen Anteil an den Gesamtkosten trägt. So einfach und vorteilhaft dies in der Praxis manchmal läuft, so unangenehm können die finanziellen Folgen für den im Mietvertrag verbleibenden Solidarmieter sein. Denn die neue Person wird rechtlich gesehen Untermieter, was bedeutet, dass weiterhin der längst ausgezogene Solidarmieter für die Miete haftet. Und dies im allerschlechtesten Fall sogar für die Gesamtmiete, falls die anderen Mieter ebenfalls nicht zahlen. Allerdings kann man sich als Solidarmieter auch nicht einfach so aus dem Mietvertrag löschen lassen. Am besten sorgen Sie für ein gutes Verhältnis zum Vermieter, denn die einzige kurzfristige Lösung ist dessen freiwilliges Einverständnis. Ansonsten gilt in der Solidarmiete auch bezüglich der Kündigung oder anderer Vorgänge, welche das Mietverhältnis betreffen: alle sind zu gleichen Teilen Mieter, und daher müssen auch alle ihr Einverständnis geben. Sämtliche Änderungen am Mietverhältnis wie Mieterwechsel bedeuten rechtlich gesehen den Abschluss eines neuen Mietverhältnisses, was den Vermieter z.B. auch zu Mieterhöhungen berechtigt. Zum Schluss gibt es noch einen Tipp, der viel Ärger ersparen kann – bezüglich der Kaution. Denn diese steht bei Auflösung des Solidarmietverhältnisses immer dem Mieter zu, welcher die Summe eingezahlt hat (normalerweise auf ein Sperrkonto, welches auf seinen Namen lautet). Schliessen Sie also unbedingt eine schriftliche Vereinbarung, aus der klar hervorgeht, wer welchen Anteil beigesteuert hat.

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