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Corona-Sturm ist noch nicht vorbei und lässt dunkle Wolken am Konjunkturhimmel aufziehen – Einschätzung Hypothekarzinsen Juli 2020

30.06.2020 7:08
Corona-Sturm ist noch nicht vorbei und lässt dunkle Wolken am Konjunkturhimmel aufziehen – Einschätzung Hypothekarzinsen Juli 2020

Der Einbruch des Welthandels aufgrund der Corona-Krise geht unvermindert weiter. Die Entwicklung der Schweizer Binnenwirtschaft ist zwar positiv, kann aber die trüben Aussichten des sehr wichtigen Aussenhandels nicht kompensieren. Verglichen mit dem Stand per Ende Mai haben sich die Swap-Sätze leicht erhöht (z.B. 10 Jahre + 5 Bps). Wir gehen davon aus, dass sich die Kapitalmarktzinsen in den nächsten Wochen weiterhin volatil verhalten. Seit ihrer Berg- und Talfahrt aufgrund der Corona-Krise sind die Hypothekarzinsen nun seit einem Monat stabil auf dem Niveau von Anfangs Jahr zu liegen gekommen.

Makroökonomische Lage

Corona-Virus wird uns auch im 2. Halbjahr begleiten

Der Ausbruch des Corona-Virus zu Beginn des Jahres und der daraus folgende Börsencrash sowie verschiedenste Lockdown-Massnahmen rund um den Globus versetzten die Welt(-Wirtschaft) kurz in einen Beinahe-Stillstand. Angesichts der durch das Corona-Virus verursachten Wirtschaftsschwäche in praktisch allen Ländern ist der Welthandel seit Krisenbeginn bereits dramatisch eingebrochen. Trotz ersten Lockerungsmassnahmen in Asien und Europa ist die Covid-19-Pandemie noch bei weitem nicht überstanden. Das zeigt die traurige Tatsache, dass die aktuellen Neuansteckungszahlen derzeit weltweit neue Höchststände erreichen. Zudem schwelt noch immer die Angst vor einer zweiten Welle, bei der hingegen weltweite Lockdown-Massnahmen, wie wir sie bei der ersten Welle gesehen haben, höchst unwahrscheinlich wären.

Trotz aufgehellter Binnenwirtschaft hängen dunkle Wolken am Konjunkturhimmel

Mittlerweile gehen die meisten Experten davon aus, dass der Tiefpunkt des konjunkturellen Absturzes in der Schweiz zwar durchschritten ist. Die Lage in der Binnenwirtschaft hat sich denn auch rascher als angenommen verbessert. Das heisst aber keineswegs, dass die Krise bereits überstanden ist.

Anlass zur Sorge bereitet insbesondere der für die Schweiz sehr wichtige Exportsektor. Mit Ausnahme der Pharmabranche sind alle Exporte inklusive des Tourismus mit aller Härte vom Einbruch der Weltkonjunktur betroffen. Nebst den Absatzschwierigkeiten im Welthandel drohen sich auch die Handelskonflikte nochmals zu verschärfen. Wie die OECD berichtet, seien in den letzten Wochen als Folge davon viele neue Handels-Restriktionen entstanden. Diese Entwicklung dürfte die Weltkonjunktur zusätzlich belasten.

Zentralbanken halten an ihrer Minuszinspolitik fest

Weltweit taten die Zentralbanken und Regierungen ihr Möglichstes, der Wirtschaft mit raschen und massiven finanziellen Eingriffen unter die Arme zu greifen und den Ausverkauf bzw. den Liquiditätsbedarf am Kapitalmarkt zu unterbinden. Mit gewaltigen Rettungs- und Konjunkturpaketen wird versucht, die bereits einsetzende Rezession zu bekämpfen. Den Zentralbanken, allen voran der US-Notenbank Fed sowie der Europäischen Zentralbank (EZB), wird daher nichts anderes übrigbleiben, als ihre Null- resp. Minuszinspolitik über längere Zeit aufrecht zu erhalten. Für die Schweizerische Nationalbank (SNB) bedeutet dies, unter Berücksichtigung des Wechselkurses zum Euro, weitere Monate oder sogar Jahre mit einem negativen SNB-Leitzins.  

Entwicklung der Zinssätze

Kapitalmarktzinsen haben sich im Juni leicht erhöht

Die Kapitalmarktzinsen verhalten sich weiterhin volatil und schwanken je nach Laufzeit stark. Unter dem Strich sind die Swap-Sätze im Juni über alle Laufzeiten hinweg um vier bis sechs Basispunkte gestiegen. Der zehnjährige Satz beispielsweise liegt per 29. Juni bei -0.30 Prozent. Die Entwicklung seit Ende 2019 hingegen zeigt, dass die kurzfristigen Sätze wieder auf dem Niveau von Anfang Jahr angekommen sind, während die langfristigen Laufzeiten stärker im negativen Bereich zu liegen kommen. Der zehnjährige Swap liegt 20 Basispunkte unter seinem Wert per 31. Dezember 2019, der 15-jährige sogar 22 Basispunkte.

Richtsätze für Festhypotheken blieben stabil

Die durchschnittlichen Hypothekarsätze von 100 Banken, Versicherungen und Pensionskassen (Richtsatz genannt, oft auch Schaufenstersatz) hingegen blieben im Juni stabil. Das lässt sich aber nicht für das ganze erste Halbjahr 2020 behaupten: Während im Januar und Februar die Zinsen v.a. der langfristigen Laufzeiten um bis zu 12 Basispunkte sanken, stiegen sie während der Corona-Krise im März dafür umso stärker und erreichten mit 1.31 Prozent für eine zehnjährige Festhypothek ihren diesjährigen Höchststand. Dieser Höhenflug währte jedoch nur kurz – die Hypothekarzinsen sind in der Zwischenzeit wieder auf Vorjahresniveau gesunken. Der zehnjährige Richtsatz liegt per Ende Juni bei 1.20 Prozent, der fünfjährige Richtsatz bei 1.02 Prozent.

MoneyPark Top-Satz für 10 Jahre bei 0.82 Prozent

Etwas verengt hat sich jedoch die Bandbreite zwischen dem günstigsten und dem teuersten Anbieter im MoneyPark-Universum. Vor allem bei den zehnjährigen Festhypotheken hat sich das Feld der Konkurrenz temporär verkleinert. Trotzdem bleibt der Unterschied zwischen den Angeboten gewaltig: Der teuerste Anbieter verlangt mehr als doppelt so viel für die gleiche Laufzeit als der günstigste Anbieter. Vergleichen lohnt sich daher weiterhin!

Datengrundlage: Richtsätze von 100 Banken, Versicherungen und Pensionskassen im Durchschnitt. Stand: 29.06.2020

 

Zinsprognose

Keine Anzeichen für steigende Hypothekarzinsen

Der leichte Anstieg der Kapitalmarktzinsen im Juni hat nicht zu höheren Hypothekarzinssätzen geführt. Wir gehen auch nicht davon aus, dass die Hypothekarzinsen steigen; ganz im Gegenteil. Das Verharren des SNB-Leitzinses auf tiefem Negativniveau lässt keinen Spielraum für grosse Zinserhöhungen zu. Inzwischen sind ausserdem die Kapazitäten vieler Anbieter wieder in den normalen Vor-Corona-Bereich hochgefahren worden, was bedeutet, dass sie wieder vermehrt konkurrenzfähige Konditionen offerieren (können).

Des Weiteren erwarten wir zwar, dass der Schweizer Arbeitsmarkt durch die einsetzende Rezession von einer deutlich ansteigenden Arbeitslosigkeit betroffen sein wird. Wir gehen aber einmal mehr davon aus, dass sich die Arbeitssituation resistenter als in anderen Ländern präsentieren wird. Dies wiederum lässt das Risiko für einkommensbedingte Hypothekarkreditausfälle, insbesondere für Eigenheime, als begrenzt erscheinen.  

Wir erwarten in den nächsten Monaten einen verstärkten Konkurrenzkampf unter den Hypothekaranbietern. Profitieren dürften schlussendlich die Hypothekarnehmer in Form von (noch) attraktiveren Zinsen.

Datengrundlage: Richtsätze von 100 Banken, Versicherungen und Pensionskassen im Durchschnitt. Stand: 29.06.2020

Vergleichen und verhandeln ist zentral

Weiterhin bleibt es unabdingbar, mehrere Offerten für eine Hypothekarfinanzierung einzuholen. Auch die Aushandlung der Konditionen durch einen Marktspezialisten kann schnell mehrere Tausend Franken Einsparnis pro Jahr bringen. Zudem gilt es auch, allfällige Marktopportunitäten aufgrund sinkender Kapitalmarktsätze oder Sonderaktionen von Anbietern gezielt zu nutzen.

Empfehlung

  • Es gibt derzeit keine Anzeichen dafür, dass die Hypothekarzinsen in Bälde steigen. Trotzdem kann eine gewisse Volatilität aufgrund der Unsicherheit über den weiteren Verkauf der Corona-Krise erwartet werden. Es empfiehlt sich daher, die Entwicklung der Hypothekarzinsen eng zu beobachten, um Sonderangebote oder Opportunitäten zu erkennen.
  • Wer seine Hypothek verlängern muss, kann dies bis zu zwei Jahre vor Ablauf tun. Beginnen Sie also frühzeitig mit dem Vergleichen von Offerten – das Marktangebot ist gross.
  • Berücksichtigen Sie bei der Offerteinholung nicht nur Banken, sondern auch Versicherungen oder alternative Kreditgeber wie Pensionskassen oder Anlagestiftungen. Unterschiedliche Anbieter offerieren unterschiedliche Vertragskonditionen und Zinssätze. Ein genauer Blick auf die Details lohnt sich!

Hier können Sie die Einschätzung Hypothekarzinsen Juli 2020 als PDF downloaden.


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